Mittwoch, 25. März 2009

fantasie

Als meine Großmutter noch eine rassige, ein wenig mollige Frau war, bettelten wir zwei Enkelinnen rechts und links von ihr im Bett liegend, die Köpfe auf je einen weichen Busen gebettet nicht etwa um noch eine Geschichte, sondern immer nur darum, dass die eine und einzige Geschichte noch weitergehen möchte. Und sie setzte mit ihrer angenehmen tiefen Stimme die Abenteuer des Hundes Flocki, seines Herrl, des Jägers, und aller Menschen oder Tiere, die die beiden so trafen, Abend für Abend fort.

Als wir in der Unterstufe in Deutsch zum ersten Mal die Aufgabe hatten, einen Fantasieaufsatz zu schreiben, war ich völlig ratlos. Alle Erlebnisaufsätze, die ich bis dahin abgegeben hatte, waren ausschließlich meiner Fantasie entsprungen und insgeheim war ich recht stolz darauf, dass ich die alle so glaubwürdig hingekriegt hatte. Da ich das nicht zugeben konnte, fiel mir zum gestellten Fantasieaufsatzthema die längste Zeit nichts ein. Noch weniger fiel mir nur mehr zur Deutsch-Matura ein, da waren die Auswirkungen allerdings gravierender.

Wenn ich ein Buch am Abend zuklappe, oder mich ein Film ziemlich gefesselt hat, träume ich danach oft eine unmittelbare Fortsetzung. Bei den Büchern manchmal sogar in gedruckter Form – ich träume also Textzeilen, die ich mit den Augen abwandere. Um diese Traumprodukte tut es mir richtig leid, da ich mich im Schlaf meistens recht gut damit unterhalte, würde ich sie gern irgendwie einmal ins Wache retten.

Ob das auch etwas mit Fantasie zu tun hat, dass ich mich manchmal wie Figuren aus Geschichten, die ich gerade lese, fühle und womöglich auch noch eher zu denen und weniger zu mir passende Antworten gebe, überlege ich noch.
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Dienstag, 24. März 2009

letzten endes doch recht überschaubar ...

die pizzeria hätte leider zu, meinte die nette dame an der rezeption auf unsere frage nach einem netteren lokal in der näheren umgebung. und das andere gasthaus heute auch. na, das können wir ja morgen nehmen, scherzte ich. nein, leider, das sei heute und morgen geschlossen. etwas drittes wisse sie leider nicht.
*
eine busfahrt der etwas anderen art. ich kenne jetzt in groben zügen den entwurf zum neuen prostitutionsgesetz in oberösterreich und was daran auszusetzen ist. außerdem das ehemalige wohnheim der arbeiterinnen der lederfabrik. die fünfhundert aufkleber gegen rassismus habe ich im hotelzimmer vergessen.
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museumstage hätten es zwei werden sollen, gestern wurde ich allerdings krank, sodass der h. ganz alleine feststellen durfte, dass am montag in linz sowieso alles geschlossen hat.
*
dafür hab ich im ars electronica einen satz nur mit meinen augen geschrieben und mir im lentos gedacht, dass "best of austria" ein wenig gar lieblos kuratiert worden ist. das konzept, dass einfach jedes andere museum "irgendwas" hergibt und das wird dann nebeneinander gezeigt, scheint mir doch überdenkenswert.
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selbstverständlich hab ich auch ein stück linzertorte gegessen. in einem anderen lokal hab ich bookcrossing entdeckt.
im "haus der geschichten" hab ich netterweise auch eine hinterlassen, und ein wenig gestrickt.
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die abendgestaltung war ein wenig schwierig, das angebot mehr als überschaubar. amon amarth waren leider schon am freitag (und wir sind erst am samstag gekommen) - wobei überreste am sonntag früh noch in der hotelbar anzutreffen waren.
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wenn es nach meiner mutter gegangen wäre, wäre ich da aufgewachsen. nicht in der hotelbar, aber ...

IMG_1486
alles eine frage der perspektive;-)
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Freitag, 20. März 2009

ich bin dann mal weg ...

manche glauben, ich hätt´s mir bei meiner mutter abgeschaut: bevor ich wegfahre , räume ich immer halbwegs auf. sie putzt ihre wohnung allerdings sehr viel gründlicher und es unterscheiden sich unsere begründungen auch deutlich. sie macht das, weil - "wie schaut das denn aus, wenn uns was passiert?" - fremde könnten was schlechtes denken. ich hingegen mach´s aus reinstem optimismus. wenn wir wiederkehren, dann hab ich mich wenigstens nicht umsonst bemüht.
in den nächsten monaten sind die städte mit L dran. in die frischgebackene kulturhauptstadt bin ich ab morgen eingeladen, in die vorvorjährige kulturhauptstadt muss ich voraussichtlich im april, und in die besonders krisengeschüttelte nurhauptstadt darf ich zu pfingsten.
und jetzt stell ich mir die frage: wär´s nicht doch exotischer gewesen, für vilnius staubzusaugen?
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Sonntag, 15. März 2009

ist es eine frage der ansprüche?

die frau frogg hat mich dazu gebracht, über ansprüche an einen partner nachzudenken ...
zu viel scheint mir ungesund: da ist dann irgendwie niemand mehr gut genug, die besonders anspruchsvollen sind dann schon ein wenig lang allein geblieben. das kann sich jeder und jede natürlich auch als zutiefst empfundenen persönlichen lebensgestaltungswunsch reframen, so richtig glaubhaft ist es selten.
zu wenig scheint mir unvorteilhaft: da hätte zwar meine freundin m. recht, die behauptet, man könne praktisch mit jedem sein leben teilen, ich fürcht nur, die entsprechende meinerseitig erforderliche anpassung könnte sehr unbequem werden. außerdem wird der partner dann ein wenig beliebig.
trotzdem will ich die frage so nicht beantworten. anscheinend setze ich diese meine potenziellen ansprüche zu sehr mit dem entsprechenden druck, diese erwartungen auch zu erfüllen gleich.
ich nehm die andere formulierung: was soll es sein, das mich und einen partner länger zusammenhält?
wobei ich mich frag: ist das nicht eh alles selbstverständlich?

nun denn:

- vertrauen.
er mir. ich ihm. so viel wie möglich. eifersucht halte ich zumindest als passiver teil nur sehr begrenzt aus. über meine schweige ich lieber. die muss er wiederum aushalten. in maßen;-)

- respekt.
ich muss mögen, was der andere tut. und was er sagt. und wenn ich anderer meinung bin, dann kann und will ich zuhören, bei dem, was er mir sagt. ich stelle damit natürlich implizit anprüche in hinblick auf intelligenz, empathie und neugier. und damit auch daran, wie ich gehört werde. ab und zu sollte man einander auch ernst nehmen - ...

- lachen.
ich will miteinander viel lachen können. in den "unmöglichsten situationen".

- abstand.
ich will auch "nebeneinander" allein sein können, mich in ein buch vergraben können oder zeiten zum tratschen mit freundinnen haben. oder den pc in beschlag nehmen - wenn zufällig grad nur einer da ist.

- hilfsbereitschaft.
es ist angenehm, wenn man nicht lange diskutiert, wer jetzt die vergessene butter aus dem supermarkt holt. oder wer den mist runterträgt. oder wer die wäsche aufhängt.

- gemeinsame interessen.
auch wenn einer den anderen manchmal ein wenig mehr motivieren muss. nicht alle interessen müssen gemeinsam sein, aber ohne ein paar geht es einfach nicht. wobei mich das gleich auf einen auch nicht unwesentlichen punkt bringt:

- ungefähr gleiche vorstellung, wie oft ...
auch das erleichtert vieles;-)
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Freitag, 13. März 2009

freitage, die 13.

bringen ja nicht wirklich unglück, zumindest nicht bei dem, was ich so tagaus tagein an unglücken zu untersuchen habe. am freitag wird schlicht weniger gearbeitet, da sind die leute also automatisch glücklicher.
*
mehr arbeit ist ja wiederum zur zeit eher für lehrer ein thema, die am meisten überlastete von allen fand zb. heute niemand anderen als mich, um in ihre wohnung zu fahren und nach ihrer vermeintlich verlorenen, möglicherweise aber auch vergessenen kreditkarte zu suchen, die sie - nach erfolgloser suche meinerseits - dann doch in ihrem gepäck im zug orten konnte. hat mich eh nur eineinhalb stunden und zweimal nass werden gekostet.
*
nass wiederum bin ich aber heute schon das erste mal am weg zur arbeit geworden, als sich der a. genau diesen zeitpunkt für ein wichtiges telefonat ausgesucht hat, das mich zur umkehr und dann zur umkehr der umkehr gebracht hat. also im endeffekt bin ich meinen sonst erfreulich kurzen weg zur arbeit eineinhalb mal im strömenden regen gegangen.
*
selbstverständlich bin ich auf dem weg von und zum nachmittagstermin - und das war nicht der bei meiner schwester - auch nass geworden worden, nur während des doch recht anstrengenden gesprächs blendete uns die sonne durchs fenster.
*
als wir dann am abend ins konzerthaus gefahren sind, hat es überraschenderweise geregnet.
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Dienstag, 10. März 2009

beste gre

orte

oder doch lieber der kurs in dsseldorf?

kein wunder, dass manche datenbanken immer noch durch umlaute in schwierigkeiten zu bringen sind!

beste-gre

umlaute und scharfes ß hintereinander ist aber noch gemeiner!
was denken sich die bei solchen floskeln? das kann man doch auch anders ausdrcken;-)

und die einladung hab heute nicht nur ich gekriegt. nehm ich einmal an ....
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Montag, 9. März 2009

um die ecke denken

sehr geehrter herr glavinic!
plötzlich hab ich das gefühl, ich müsse mich bei ihnen entschuldigen. ähem - deshalb .
aus irgendeiner seltsamen anwandlung heraus hab ich jetzt "das bin doch ich" doch gelesen. sozusagen, um endgültig zu entscheiden. herr susi war gar nicht so schlecht, von der arbeit der nacht hab ich mir einfach zu viel erwartet. das kann nämlich bei zuviel wohlwollen allenthalben auch herauskommen.
also unentschieden...
und nun ausgerechnet ein buch von einem autor, der über einen autor - was für ein zufall - sich selbst schreibt. eine idee, die mich eher abstößt, als sonst etwas. und jetzt kommt´s: wie viel bücher sie bisher auch verkauft haben - jetzt vergönne ich ihnen den erfolg! das ist völlig unironisch gemeint, sie haben ihn wohl doch verdient. denn sich mit einer so langweiligen idee dann so wacker und durchaus kurzweilig sein eigenes leben zu protokollieren oder zu persiflieren, das hat schon wieder was. für große literatur werden sie´s ja wahrscheinlich selber auch nicht halten, aber gerade die leichtigkeit und sanfte ironie, mit der sie sich selber und ihre umgebung so trefflich beschreiben, hat mich überzeugt.
jetzt muss ich den kameramörder oder die carl haffner´sche liebe auch noch lesen. oder vielleicht doch eher, wie man leben soll? ... welches würden sie mir denn empfehlen?

ps: sagen sie es den beiden nicht weiter, aber das letzte kabarett vom herrn maurer fand ich auch nicht so besonders, und trotz der gerade passablen erfahrung mit ihnen werde ich "ruhm" vom herrn kehlmann sicher nicht lesen;-)
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Samstag, 7. März 2009

hader IST brenner

und ansonsten stimmt im knochenmann auch alles:
grandiose besetzung. bierbichler, minichmayr, hader - und auch alle anderen (noch oder mir) nicht ganz so bekannten. skurrile handlung. "österreichischer" dialekt von österreichern (oder halt bayern, das darf man nicht so eng sehen) gesprochen. bitterböse. beißend (aber)witzig. keine minute überflüssig.
hingehen. ansehen. genießen.

eine sehr treffliche und ausführlichere beschreibung gibt´s bei madame modeste. in der wird aber auch nicht mehr verraten;-)
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muss man ein buch fertiglesen?

wenn man es geschenkt bekommen hat: natürlich nicht.
wenn es die nette dame in der bibliothek extra für einen bestellt hat: ich schon.
es geht um dieses: der turm von u. tellkamp.
der anfang ist schleppend, passieren tut wenig. aber irgendwann fing es mich doch. wegen der teilweise sehr schönen sprache. gerade wegen der detailreichen schilderungen, die mich zuerst langweilten. und dann passierte eigentlich viel mehr. und dann gab es richtig starke passagen, vor allem im zweiten teil. irgendwie ist mir das buch immer "wahrer" vorgekommen, und so hab ich es denn gegen ende wieder viel zügiger gelesen.
und jetzt brauche ich ein paar einfachere geschichten. bevor ich ulysses und den mann ohne eigenschaften endlich auch fertiglese;-)
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hier fehlt was;-)

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