family affairs

Mittwoch, 1. Februar 2017

Lieber Xaver(7),

schon oder doch erst sieben Jahre alt, und die Damenwelt hat Dich entdeckt! Die Hälfte der anwesenden Mädchen bei Deinem Geburtstagsfest am Samstag wäre in Dich verliebt, hast Du mir vorher erzählt – und die beiden Mütter haben mir das beim Abholen sogar bestätigt! Selbst unsere 10-jährige Nachbarstochter scheint seit Neuestem besonders gerne ihre Freizeit bei uns zu verbringen. Richtig angetan hast Du es auch unserer Frisörin samt Tochter, die Mutter kennt Dich seit Deiner Geburt und manchmal glaub ich, es ist auch ein bisschen Deine Schuld, dass sie sich jetzt auch mit über 40 dringend noch ein Kind wünscht.


Viel ist im letzten Jahr passiert, zum Glück nichts mit Dir, erwischt hat es nur etliche andere Familienmitglieder in unterschiedlichstem Ausmaß. Du warst unglaublich lieb zu mir und vor allem oft ganz besonders brav, wenn es mir aus verschiedensten Gründen nicht so toll gegangen ist. Überhaupt hast Du das Helfen entdeckt, Du hast uns schon beim Kochen, Backen, Laubrechen, Gurkenpflanzen, Schneeschaufeln u.v.a.m. unterstützt.

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Nicht nur da weißt Du schon richtig geschickt mit Deinen Händen umzugehen, Du hast uns mit Deiner Ausdauer beim Legospielen, Deiner Präzision beim Laubsägen und Deiner ruhigen Hand beim Kapla-Türme bauen, immer wieder überrascht. Vielleicht hängt mit dem allem auch Dein neuester Berufswunsch zusammen – erst heute früh habe ich die letzte Schilderung der Häuser, die Du gerne einmal bauen würdest, bekommen.


Ein richtig einschneidendes Ereignis im Vorjahr war natürlich Dein Schulbeginn. Schon am ersten Tag war Dir ein wenig langweilig, ab dem zweiten wärst Du lieber nicht wieder hingegangen. Mit Deiner Aussage, dass Du stattdessen lieber in Pension gingest, hast du uns zum Lachen gebracht - wenngleich in diesem Lachen bis heute auch ein bisschen Verzweiflung steckt. Natürlich weißt Du noch nicht alles, auch wenn Du das jetzt noch fest glaubst.


Was sollen Deine Lehrerinnen aber auch mit Dir machen? – Einem Kind, das sich zum Frühstück Rechnungen (aber nicht so fade, dreistellige Zahlen Multiplizieren und einfaches Wurzelziehen passt gerade) wünscht, das recht flüssig auf Deutsch, Tschechisch und Englisch liest und das auch seine Mama ziemlich oft überfragt. (Wobei ich aber immer nachschaue, vielleicht ist das ja auch schuld …)


Dafür hast Du etliche liebe Kinder in Deiner Klasse, vor Kurzem hab ich auch beobachten können, wie lieb Dich Dein bester Freund, der durchaus manchmal auch recht grob sein kann, aus einem Wut- oder Trotzanfall Deinerseits herauszuholen versucht hat. Neue Freunde hat Dir das letzte Jahr auch gebracht – die Du beim zweiten Treffen am liebsten gleich zu Deinen Geschwistern erklärt hättest.


Für die Semesterferien hab ich Dir Schifahren versprochen, hoffentlich kannst Du das nicht auch schon besser als ich, beim Wettrennen muss ich mich immer schon tatsächlich anstrengen – und halte ich das Tempo, geht mir garantiert vor Dir die Luft aus.


Dass Du wirklich älter und reifer geworden bist, haben wir alle auch zu Weihnachten gemerkt – keine Ungeduld mehr nach den Geschenken, richtig andächtig hast Du mit uns Stille Nacht gehört und unsere vielsprachigen Beglückwünschungen und leicht strapaziösen Fotoaufstellungen überstanden. Dem G. und mir hast Du auch ein paar Mal das hübsche Weihnachtslied, das Du in der Schule gelernt hast, vorgesungen – dass Dir dann am 24. dafür einfach zu viel Publikum da war, kann ich nachvollziehen.
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Montag, 27. Juni 2016

Ich wollt mal was über Fußball schreiben ...

Nicht schon wieder Lobau, da wäre er doch erst gestern gewesen. Nein, der X wollte unbedingt in den Augarten. Nun ist es so, dass er dort wirklich nicht selten hinkommt. Geschweige denn die Mutter diesen Park nicht bestens kennte, die hat ja selber schon innerhalb der dicken Mauern jahrelang praktisch gewohnt. Aber als absolut leicht erreichbares und auch noch behindertengerechtes Ziel bei mittlerer Schwüle ist dieser wunderbare riesige Park meiner Kindheit durchaus noch tauglich.

Und – es gibt eine neue Sensation!

Warum eigentlich unbedingt in den Augarten, X?
Na, weil dort der Gerhard ist!
Ist das ein Freund von dir?
Nein, der ist doch erwachsen!
Und was macht der?
Na, der spielt mit uns! Jeden Tag!
Aha. Sag, kennt den der Papa?
Ich glaub nicht. Naja, oja. Aber du kennst ihn nicht!

Mhmmm …..Was spielt er denn mit euch?
Na, Fußball!
Aha.
Ja, der war einmal in Frankreich.
Aha.

Kaum sind wir angekommen, entdeckt der X den M. Das ist nun wirklich ein Freund von ihm, der mit einem anderen Kind und einem Mann schon Fußball spielt. Der Mann entpuppt sich als Kindesvater, und ist keinesfalls „der Gerhard“, der käme immer erst nach vier. Aha, denk ich mir, der kennt ihn also auch.

Da war es 15:10. 50 Minuten später machen wir uns auf die Suche. Weil es doch zwei Wiesen nebeneinander gibt – und auf einer der beiden müsse er sein. Ich wage einzuwerfen, dass er vielleicht selber grad Fußball schaut. Unmöglich, wird mir beschieden. Der Gerhard komme JEDEN Tag.

Und dann sehen wir ihn: Einen Mann, der ein bisschen wie ein Sandler aussieht, und offensichtlich nicht mehr alles so bewegen kann, wie er möchte. Das weiße Hemd hängt ihm ein bisschen aus der Hose, die Haare sind schon ein wenig grau und ein wenig schütter. Er steht inmitten zweier dreiköpfigen Jüngstfußballermannschaften (das Alter scheint mir zwischen drei und acht zu variieren), die der X und der M sofort verstärken.

Er versucht redlich, den Kindern irgendwie Fußballspielen („Doch nicht mit den Händen, X!“, „Du musst passen, H!“, und am öftesten: „Zu mir, zu mir!“) beizubringen. Die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache, rennen praktisch ununterbrochen und sind auch schon sehr gut im dramatischen Zu-Boden-Fallen. "Der Gerhard" nimmt seine Trainertätigkeit absolut ernst. Er ist natürlich auch gleichzeitig Schiedsrichter, die Diskussionen, die wir in der nächsten eineinhalb Stunden mithören dürfen, sind eigentlich alle kabarettreif.

Er spielt ganz vorsichtig mit, jagt den Kleinen aber ununterbrochen den Ball ab, oder lässt sie das gegenseitig richtig gut üben. Oder auch nicht, ab und zu muss er nämlich einen Beleidigten am Spielfeldrand trösten. Oder ausrufen, dass jetzt „WM ist“. Und uns schnell erklären, dass das bei ihnen „jeder gegen jeden“ bedeutet. Oder spontan ein Elferschießen aus ca 4 Meter Entfernung ansagen. Oder einen Streitfall durch „Schere, Stein, Papier“ klären lassen. Oder dem Buben im Tor, der ununterbrochen verhandeln oder schwindeln will, sagen, dass er endlich mal still sein soll …

So schön sei Fußballschauen für sie noch nie gewesen, sagt die N. Ich versuche ganz unauffällig, mit dem Handy einen kleinen Film zu machen. Damit ich das irgendwie herzeigen kann. Weil es nicht ganz leicht zu beschreiben ist, was wir da gestern gesehen haben. Genauso wenig wie mein Gefühl: Irgendwas zwischen ein bisschen belustigt, ein bisschen gerührt, und ein bisschen stolz drauf, wie sich mein Kind da fußballtechnisch entwickelt hat.
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Dienstag, 2. Februar 2016

...

Lieber Xaver,

Du wirst 6 Jahre alt und kannst seit ein paar Wochen schon selbst lesen und schreiben – eine Tatsache, auf die Du ungemein stolz bist! Deshalb bin ich schon sehr neugierig, wie weit du mit diesem Brief, dessen handgeschriebene Urfassung Du als „in Blindenschrift“ verfasst bezeichnet hättest, mit der „Eigenlektüre“ kommen wirst.

Ein richtig „Großer“ bist Du geworden, vor zwei Wochen wurde Dir die Schulreife attestiert. Hoffentlich wird Dir dort nicht zu langweilig, wo Du doch auch schon so komplizierte Worte wie „Hyazinthe“ liest und überhaupt sämtliche Buchstaben kennst, „unserem“ Flüchtlingskind gern einsagst und darüber hinaus auch noch ziemlich gut und vor allem unheimlich gern rechnest.

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Du bist auch ein Lustiger, nicht immer freiwillig, aber wenn Dir absichtlich eine Pointe gelingt, freust Du dich immer ganz besonders. Du bist völlig zu Recht davon überzeugt, dass Schokolade schlecht für Deine Zähne ist, während das für alle anderen Süßigkeiten keinesfalls gelten kann. Es kann aber auch vorkommen, dass Du - nach schrecklichem Durst, plötzlich wiedergekehrtem Hunger oder dem dringenden Verlangen nach alternativen Lichtquellen - das ungeliebte Einschlafen auch noch mit der Bitte nach einem zweiten Mal Zähneputzen hinauszögerst.

Spazierengehen steht auch nicht gerade weit oben auf der Beliebtheitsskala. Aber wie soll ich es verstehen, wenn Du – nach sehr gut hörbaren und nicht gerade kurz andauerndem Protest („Ich will da nicht hinauf“ in Endlosschleifen) am Abend genau denselben Ausflug mit „Aber das war schon sehr cool, wie wir da auf die Burg gegangen sind“ bewertest?

Gar nicht toll findest Du Wespen, seit Dich im Sommer eine gestochen hat, musste ich Dich zum weiteren Badengehen jedes Mal geradezu überreden. Und das, wo es voriges Jahr doch so heiß war und Du schon so richtig gut schwimmen und tauchen kannst!

Dein Lieblingsspiel ist immer noch Activity. Und Du magst nur „Zeichnen“ oder „Pantomime“, wenn immer du auf „Erklären“ landest, ziehst Du freiwillig (und keinesfalls aus Versehen) weniger Felder. Verlieren tust Du natürlich höchst ungern – dabei lassen wir ich Dich da immer gewinnen – im Gegensatz zu „4 gewinnt“, da fordere ich Dich schon ganz gerne ein bisschen mehr. „Gelt, ich bin ein sehr aggressiver Spieler“, hast Du bei unserer letzten Schachpartie von Dir gegeben, und nachdem wir zwar einmal das Brett umgedreht haben, hast Du wirklich ein recht gnadenloses Gemetzel veranstaltet;-)

Es ist so schön, Dir zuzusehen, wie Du dich bewegst, mit der größten Sicherheit auf kleinen Mäuerchen balancierst, herumspringst, Purzelbäume im Bett schlägst, Rad oder Scooter fährst (auf der Skaterbahn – nicht einfach so …) oder mit größter Begeisterung mit mir um die Wette läufst.

Du hast einen neuen Berufswunsch geäußert – Du willst jetzt Gitarrist werden. Wir freuen uns natürlich, wenn Du Deine Eltern in musikalischer Hinsicht ein wenig übertrumpfst, die erste Voraussetzung für Deinen späteren Ruhm hätten wir mit dem heurigen Geschenk gelegt – jetzt brauchen wir nur noch eine/n gute/n Lehrer/in dazu!
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Samstag, 24. Oktober 2015

wussten sie,

dass man kinderbilder auch nur mit deren einwilligung veröffentlichen darf? ich hab für das oder die folgenden sogar den ausdrücklichen auftrag bekommen!

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*
minimaler themenwechsel:

der x vor einem monat: mama, ich hab mich verliebt!
ich: in wen denn?
der x: in die sofinka!

ich vor zwei wochen: x, bist du eigentlich noch verliebt?
der x, ganz trocken: ja, wir haben geheiratet.

vorgestern: x., bist du noch verliebt?
der x: nein!
ich: wieso denn nicht?
der x: sie geht mir auf die nerven!
ich: wieso denn?
der x: sie sagt immer alles zweimal zu mir!
....
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Freitag, 7. August 2015

kindermund (29?)

diese woche war ich mit dem x bei seinem cousin, an den er sich gar nicht zu erinnern glaubte, zur schon-weit-mehr-als-rohbau-besichtigung eingeladen.

er so: was ist ein cousin?
ich so: also der papa hat ja brüder. die kennst du doch?
der x: nein, der papa hat keine brüder. ich hab einen bruder.
ich: ja schon, aber der papa hat auch brüder. den onkel h., den kennst du doch?
der x: ja
ich: und dann hat er noch einen bruder.
x: nein, sonst kenn ich keinen.
ich: ja macht nix, aber er hat noch einen. das ist dein onkel a.
x: mhmm.
ich: und das kind vom a. ist der c. und das ist dein cousin.
x: aber den kenn ich nicht.
ich: sicher kennst du den, ihr habt dieselbe oma.
x. lacht und lacht: was, wir haben dieselbe oma?
ich: ja, so ist das mit omas bei cousins.
x: jetzt versteh ich´s. und ich bin der onkel von meinen omas!!!
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Sonntag, 17. Mai 2015

generation enkel

unendlich müde sind wir nach hause gekommen. das zweite begräbnis heuer, bei dem mir von unendlich vielen leuten, die mich nicht kennen, konduliert wurde. am land ist das alles so anders als in wien.
*
nein, ich sei nicht die tochter, erklärte ich mehreren leuten, nachdem sie mich neben dem halbbruder, den wir gerade erst kennengelernt haben, sitzen gesehen hatten. es war mein opa, nicht mein richtiger, aber für uns schon immer der richtige, und für meine großmutter, die ihm vor fünf jahren vorausgegangen ist, ganz sicher auch.
*
er hat sich immer so gefreut, wenn wir ihn besucht haben, in den letzten jahren eher einzeln, damit wir nicht nur geballt zu weihnachten erscheinen, die mutter, die schwester und ich. das hätte er nicht gedacht, sagte er manchmal, dass wir auch "nur" seinetwegen kommen würden.
*
warum wir denn den n.n. nicht eingeladen hätten, fragte jemand. wer das sei? na, das sei doch auch ein halbbruder gewesen. wie hätten wir ihn einladen sollen, wenn wir gar nichts von ihm wussten?
*
einen tag vor seinem tod hab ich mit ihm telefoniert. ich käme im juni, kündigte ich an, er freue sich, antwortete er.
*
der obmann vom turnverein, der obmann vom kriegsopferverband und der obmann der liedertafel haben geredet. ersterer wurde vor jahren auch als potentieller f-chef von oberösterreich gehandelt. aber er war auch der nachbar mit einer so anderen frau. der pater hat manches wort relativiert, dafür haben wir uns später bedankt.
*
dabei hat mein opa viel gutes getan. nach dem krieg. ob es stimmt, dass er für seine erste frau ins gefängnis gegangen ist, wissen wir nicht sicher. dass er meine oma fast bis zum letzten altzheimerstadium liebevollst betreut hat, wissen wir schon. seine leibliche tochter hat uns über den notar ausrichten lassen, dass sie mit dem begräbnis nichts zu tun haben will.
*
nach der zehrung mussten wir sein zimmer im altersheim ausräumen. den stahlhelm könne sie als deko brauchen, meinte schwester natascha. wir wollten ihn nicht.
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Sonntag, 12. April 2015

ich bin jetzt aufgeklärt ...

fragt mich der x in der badewanne:
mama, wie heißt das lulu bei den mädchen?
ich: vagina
x: aha, das ist wie penis.
ich: ja, das sind die korrekten ausdrücke.

kurze nachdenkpause.

x: mama, weißt du, penis ist gut für die menschen.
ich: irgendwie schon.

x: weißt du, was die mädchen glauben?
ich: nein, was glauben sie denn?
x: die glauben, penis ist ein medikament!

und er lacht ...
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Sonntag, 1. Februar 2015

Lieber Xaver! (5)

Heute bist Du 5 Jahre alt, worauf Du schon sehr stolz bist. Das wird auch eine Weile leichter zu zu sagen sein als 4 ¾, womit Du in letzter Zeit alle Fragen nach Deinem Alter beantwortet hast. „Weißt Du“, hast Du mir unlängst erklärt,“ ich kann schon in die Höhe springen, mich umdrehen und hinunterfahren, also kann ich Schifahren!“ Ein bisschen stimmt das ja auch, zumindest kannst Du Dein Gewicht jetzt richtig verlagern und traust Dich weit mehr als letzten Winter.

Morgenmensch wird wohl auch dieses Jahr keiner aus Dir werden, im Gegenteil, beim Finden von immer neuen Möglichkeiten, das Schlafengehen noch ein bisschen mehr hinauszuzögern, bist Du unübertroffen. Ich hab noch von keinem anderen Kind gehört, das darum gebeten hätte, sich ein zweites Mal die Zähne putzen zu dürfen, das erste Mal sei einfach nicht gründlich genug gewesen.

Überhaupt sollte ich viel mehr mitschreiben, was Du so von Dir gibst, einmal überrascht Du uns beim Frühstück mit der wörtlichen Ansage, dass Du einen sehr starken Turnbefehl verspürst, ein anderes Mal wirst Du mit „ich will mein Lieblingsdings nicht jeden Tag, das ist langweilig!“, philosophisch und dass Du genau mit sechs dann so einen Anzug zum Radfahren brauchst wie der Papa ist auch vollkommen logisch.

Normalerweise bewegst Du Dich schnell und gern – am Rad, am Scooter, bisweilen auch noch am Dreirad, aber es ist auch schon vorgekommen, dass wir von zu Hause bis zur eher nahegelegenen S-Bahn-Station geschlagene 25 Minuten gebraucht haben, weil Du so schrecklich müde warst. Seither habe ich ein Kindergartenbringverbot von Dir. Dein Vater kann das besser, obwohl Du ihm da auch schon gekündigt hast.

Du hast es wahrscheinlich noch nicht so recht verstanden, was da im letzten Jahr passiert ist, aber dass es Dir gut geht, obwohl Deine Eltern kein Paar mehr sind, dazu wollen wir beide, soviel wir können, beitragen. Und ich glaube auch, dass es nicht das erste Weihnachten ohne Papa, sondern eher die generelle Anspannung und die überzogenen familiären Erwartungen waren, die Dich kurz vor der Bescherung ein bisschen mühsam gemacht haben.

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Seit heuer bist Du viersprachig, neben Tschechisch, Englisch und Deutsch sprichst Du jetzt auch Steirisch und findest letzteres ganz besonders lustig.

Das Thema Sterben hat Dich im letzten Jahr auch ganz schön beschäftigt, mehrfach hast Du mir schon mitgeteilt, dass Du Deinen Uropa Leo besuchen möchstes, weil der mit 100 sterben wird. 8 Jahre haben wir also noch Zeit. Leider wohnt er recht weit weg, und ich bin schon froh, wenn ich selbst es mehr als einmal im Jahr hin schaffe.

Zu Deiner Kindergeburtstagsfeier bist Du heuer mit Lego überhäuft worden und es ist mir eine richtige Freude, Dir zuzusehen, wie geschickt Du mit den kleinen Steinen hantierst.

Meine Freundin M. steht bei Dir genauso hoch im Kurs wie bei Deinem Bruder im selben Alter, und nicht nur sie muss Dich bei jedem Besuch mit einem ganz persönlichen Kasperltheater erfreuen. Irgendwann hältst Du es dann auf Deinem Zuschauersitz nicht mehr aus, wirfst uns immer neue Akteure hinter die Bühne und spielst am Ende auf jeden Fall auch selbst mit.

Zum Activity-Spielen bist Du ja eigentlich noch zu klein, aber wenn Dir wer die Begriffe vorliest, findest Du es extrem lustig, Dinge darzustellen oder zu zeichnen. Erklären ist am schwierigsten, ganz besonders ohne das gesuchte Wort zu erwähnen.

Heuer hab ich es auch endlich geschafft, Dir die immer wieder gewünschte Erdbeertorte zum Geburtstag zu backen, natürlich nicht ohne Deine tatkräftige Mithilfe und nicht ohne, dass Du in Deinem heißgeliebten „auch in echt“ verwendbaren Kinderkochgeschirr einen kleinen Guglhupf dazu bekommst. Lass es Dir schmecken!
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Freitag, 31. Januar 2014

Lieber Xaver (4),

morgen wirst du vier Jahre alt und bist damit Deiner Meinung nach praktisch erwachsen. "Wenn ich vier bin, schlafe ich alleine", hast Du uns zum Beispiel verkündet, wir sind ein wenig skeptisch, ob Du das tatsächlich einhalten wirst. Du bist überzeugt, dass Du ein paar andere Dinge genau ab morgen können wirst, leider ist mir entfallen welche.

Allerdings hast Du Dir im letzten Jahr erstaunlich viel beigebracht, Du erkennst auch alle entlegenen Buchstaben, die nicht in Deinem Namen vorkommen, Du kannst in vier Sprachen bis zwanzig und in zwei bis hundert zählen, ein bisschen addieren geht auch schon, und dreistellige Zahlen lesen, findest Du ebenfalls höchst interessant. Dauernd willst Du irgendwelche Vokabel auf Englisch wissen, die zwar im Alltag oder Deinen Bilderbüchern vorkommen, die aber leider von uns noch nie gewusst oder schon längst vergessen sind. Ob Du die koreanisch sprechenden Busse in den Youtube-Videos auch verstehst, kann ich nicht beurteilen, mittlerweile steht aber Supermario sowieso höher im Kurs.

Dein Vater schleppt Dich dreimal in der Woche ins Schwimmbad - zur Verzweiflung aller Bademeister, die es irgendwann aufgegeben haben, den Zwerg, der da ohne Flügerl oder sonstige Schwimmhilfen vom Ein-Meter-Brett ins tiefe Wasser springt, retten zu wollen.
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Endlich hat es jetzt zu schneien begonnen, Du warst letzte Woche ganz sicher das einzige Kind, das im Ahrenbergpark auf Schiern gezogen wurde. Und dass Du im Herbst - nach souveräner Laufradbeherrschung im Sommer - in einer Viertelstunde Radfahren ohne Stützen heraus gehabt hast, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber.

Dein großer Bruder ist letztes Jahr ausgezogen, wenn Du jetzt bei ihm übernachten darfst, ist das nicht nur wegen des mit ihm ausgezogenen Fernsehers etwas ganz Besonderes. Seine zwei Katzen sind Deine Freunde, erklärst Du uns, während Du Deinen Eltern und vor allem auch Deiner eigentlich besten Freundin die Freundschaft im letzten Jahr des öfteren ganz unbegründet gekündigt hast. Empfindlich dürfen wir da alle nicht sein, auch der Opa kriegt nicht immer das erwartete Bussi, Du setzt Deine Zuneigungsbekundungen mittlerweile sehr gekonnt ein. Und ob ein "Du bist gar nicht schirch, Mama!" ein Kompliment ist, habe ich noch nicht entschieden.

Hingerissen waren dagegen alle Anwesenden, als Du ihnen auf die Wünsche-Ans-Christkind-Frage erklärtest, Du bräuchtest nichts, Du hättest ja eh schon so viel. Apropos Vorweihnachtszeit: Nie hätte ich Dir zugetraut, mir dreieinhalb Stunden beim Teig Rühren, Kugerl Formen, Kekserl Ausstechen ... zu helfen. Vom Kuchenmachen (und Essen) kannst Du nicht genug bekommen, vom Eiertrennen, Abwiegen , Zusammenrühren bis zum Teignaschen bist Du da auch sehr gelehrig.

Bei manchen Spielen habe ich keine Chance mehr gegen Dich, vor allem dann, wenn es aufs visuelle Gedächtnis ankommt. Am "Verlieren-Lernen" müssen wir vielleicht noch ein wenig arbeiten, und beim Versteckenspielen bin ich zwar deutlich größer, es fallen mir aber mehr Varianten ein, während ich Dich immer im großen Kasten neben dem Staubsauger finde.

Deinen alten, zerschlissenen Kinderwagen haben wir nun endlich entsorgt, im Rucksack lässt Du Dich aber immer noch gern tragen. Alternativ dazu kann man Dich in den Einkaufstrolley setzen, darunter liegenden Badesachen macht das eigentlich nichts.

Ins Bett bist Du immer schwerer zu bringen, vor halb zehn ist es sinnlos, es überhaupt zu probieren. Nach dem Zähneputzen überfällt Dich täglich schrecklichster Hunger, der sich nur manchmal auch durch einen Schluck Wasser stillen lässt. Und beim allerallerletzten Bilderbuch kämpfe ich dann oft mehr mit dem Schlaf als Du.

Unlängst musste ich Dir erklären, dass man mit 19 nicht "alle totmachen" darf, darauf meintest Du, genau, das dürfe nur die Polizei. Bei der Auswahl der von Dir geliebten Videos müssen wir nächstes Jahr unbedingt sorgfältiger werden!
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Donnerstag, 25. Juli 2013

kindermund und kinderlogik

"Freund, komm her!", brüllt der L. zum X. Der wiederum redet alle weiblichen Wesen unter 10 mit "Mãdlein" an.

"Spielen wir Fußball?", fragt der L. den X. "Wir und ich?", fragt der retour.

"Wann bin ich wieder ein Baby?", fragt der X. Nie mehr, muss ich ihm erklãren. "Du bist gemein!"

"Roboter und Gespenster sind nicht dasselbe!"

tbc

bei der hitze fãllt mir grad nix gscheiteres ein. und außer, dass es blöd ist, sich die liege, die man grad in den schatten gezogen hat, auf die eigenen zehen fallen zu lassen, hab ich heut bisher keine neuen erkenntnisse gewonnen.
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hier fehlt was;-)

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