Samstag, 26. Januar 2008

welche sprache spricht europa?

Der aktuelle Zugang.
„Pimperanto“ sagt der H. Das sei doch ganz einfach. Und räkelt sich weiterhin in der Sonne in Ostia am Strand. Genau, das ist überall gleich …
Immerhin kenne ich „Das kleine Arschloch“ auch, unser Bildungswettstreit nimmt seltsame Formen an. Naturwissenschaftlich ist er eindeutig besser beschlagen. Das hindert ihn aber nicht daran, auch zu wissen, wie schwer es ist, Fresken zu erhalten. Dafür kann ich genügend Italienisch, um den Artikel über den Aufstieg Roms weiter zu lesen. Und ich weiß, dass es jetzt p.c. ist, indoeuropeisch zu sagen …
*
Der biografische Zugang.
Die Eltern meiner Eltern kamen aus Ungarn, aus Slowenien, aus Niederösterreich und aus Oberösterreich. Die Eltern der Eltern meiner Eltern hießen Kohn, Szohary-Csekefalvay, Niederleithner und Bender. Weiter zurück weiß ich nicht. Die Kohns ließen sich taufen, das nützte 1938 recht wenig, in der HJ hat dieser Urgroßvater niemanden gestört, aber ins Gymnasium durfte mein Vater nicht weiter gehen. Der andere Großvater ist aus Russland nicht zurückgekommen, die Großmutter dazu ließ ihn 1977 für tot erklären. Mein Vater ist ein Monarchist geworden, dabei ist er doch auch nur Jahrgang 1929. Ich habe das alles nicht erlebt. Wenigstens zweisprachig erziehen hätten sie mich können – aber die slawischen Sprachen waren ja „nicht so wichtig“.
*
Der Hellwagstraßenzugang.
Ich lebe in einem Mietshaus mit 60 Wohnungen. Wir zählten einmal – es werden auf unseren drei Stiegen genau 17 verschiedene Sprachen gesprochen. Die „Unocity“ ist nicht allzu weit entfernt, der nette Herr aus Sri Lanka aus dem dritten Stock ist einer der ranghöchsten Militärs. Jahrelang dachte ich, er sei Chauffeur, denn er hat den Nebenparkplatz und die Autos wurden so eifrig gewaschen und wechselten so häufig. Die Eltern einer entzückenden Freundin meines Sohnes aus dem sechsten Stock kommen aus Polen, zu uns sind sie aus dem Flüchtlingslager gekommen. Er fährt die Liliputbahn im Prater, sie ist Krankenschwester. Jede dritte Wohnung wird von der Gemeinde Wien vergeben. Der Mann der Ägypterin im dritten Stock behauptete, seine Frau könne nicht deutsch. Ich habe schon oft mit ihr geredet, es stimmt nicht.
*
Wo hört Europa auf? Wo fängt Europa an?
Bei Anna. Anna ist gebürtige Weißrussin, aber auch Polin, sie hat ihren Mann in Warschau kennen gelernt, dort durfte sie studieren. Sie spricht russisch, polnisch, englisch, französisch und deutsch. Und das akzentfrei. Außerdem wollte sie Pianistin werden. Und jetzt lebt sie schon acht Jahre in Wien.
Am Jakobsweg. Dort ist schließlich das Ende der Welt – für die Kelten zumindest.
Bei Alexander. Alexander war staatenlos, bis ihn ein österreichisches Ehepaar adoptiert hat. Seine leibliche Mutter war eine Türkin. Die Adoptivmutter lernt türkisch – falls ihr Sohn je danach fragen sollte, wo er eigentlich herkommt.
An irgendeinem Fluss, der einem zumindest bei den bei den Kreuzworträtseln einfallen sollte.
Bei dir.
Bei mir.
Bei uns.
*
Was wir sagen, ist bestenfalls eine Absichtserklärung.
Wir verwenden arabische Ziffern.
Wir schweigen in allen Sprachen gleich.

den text hab ich grad wiederentdeckt, ist aber eh "zeitlos". und


ceterum censeo,

dass auch nicht-wienerisch sprechende mit
DEM hier verlinkten WERK
ihre freude haben werden ...

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Freitag, 25. Januar 2008

mögen sie wien?

dann lesen sie den vorigen beitrag;-)
*
gestern sitze ich beim zahnarzt und schmökere unauffällg im
WERK. die mir am nächsten sitzende ebenfalls leidende ältere dame schaut noch unauffälliger mit.
*
"mögen sie wien?"
"na! überhaupt ned!"
ich denke mir, aha - ganz wie -
"ganz wie meine mama, die lebt schon über vierzig jahre hier, und kennt sich noch immer nicht aus."
*
die dame schaut weiter mit, ich biete ihr an, dass sie das WERK selber durchblättern kann.
sie kennt vieles, sie äußert sich sehr lobend über die qualität der bilder, die interessanten perspektiven usw. usf. also eh alles, was im vorigen beitrag ...
ich bin erstaunt, was für ein detailwissen sie hat. was hat ihr unsere stadt nur angetan?
*
sie gibt mir das buch zurück.
"sehr schön, sehr schön, wirklich ganz großartig!"
"aber sie mögen wien ja gar nicht!"
"ich muss ihnen was gestehen: ich hör schlecht. ich hab ganz was anderes verstanden: nämlich: mögen sie wild?"
*
wieso ich eine wildfremde patientin im wartezimmer ausgerechnet danach hätte fragen sollen, frage ich mich jetzt noch immer ....
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Dienstag, 22. Januar 2008

we proudly present -

das buch ist fertig!!! die homepage ist fertig!!!
vertriebspartner tätat ma noch suchen;-)
käufer auch!

myvienna

in meinem blog kann ich natürlich nur auf mich als hobby-verfasserin von pressetexten hinweisen. besonders objektiven natürlich.


My Vienna von Heinz Szolarz
Ein Wienbildband der Extraklasse.

Heinz Szolarz gelingt es, den Zauber seiner Heimatstadt in jeder einzelnen seiner 76 großartigen Aufnahmen einzufangen. Er legt mit „My Vienna“ ein Wienbuch vor, das Einheimische und Touristen gleichermaßen faszinieren wird. Ungewöhnliche Perspektiven auf Bekanntes, verborgene Schätze, zahlreiche Nachtaufnahmen und teilweise auch recht launige Texte auf Deutsch und Englisch machen neugierig und lassen erahnen, was Wien so einzigartig macht.

Szolarz, der sich wünscht „dass die Vorübergehenden nicht mehr mit ihren Augen auf den Pflastersteinen kleben“, lehrt uns seine Art zu sehen. Unter recht prosaischen Überschriften wie etwa „Mehr blauer Himmel“, „Das Alte und das Neue“, „Das Café“, „Drinnen“ oder „Mehr Grün“ lädt er uns in etliche Wiener Bäder ein, er zeigt uns Innennansichten prunkvoller Säle und spannender Gemeindebauten, und er lässt uns aus seinem Küchenfenster hinaus- und in die interessantesten U-Bahn-Stationen hineinschauen. Er führt uns nach Steinhof und in den Augarten, vors Parlament und hinaus in die Donauauen, auf die Ringstraße und in die Vorstadt. Moderne Architektur wird oft im Zusammenhang fotografiert, hier sieht der Fotograf das Verbindende vor dem Trennenden. Er scheut sich auch nicht davor, Bilder von gerne Verdrängtem an den Anfang jedes seiner Kapitel zu stellen – er beschönigt nichts, obwohl aus jedem Bild gerade durch die Qualität der Photos die ungebrochene Liebe zur Stadt spricht.

Zu jedem Bild gibt es ein sorgfältig recherchiertes Glossar, neben den genauen Adressen und allen Öffnungszeiten auch die entsprechenden Weblinks und wo es passt, gleich noch ein paar Literaturhinweise.
Eine Bereicherung für jeden Wienfreund, ein ideales Geschenk für sich selbst und andere, ein Buch, das gerade weil es so vielfältig ist, besondere Freude bereitet.

My Vienna von Heinz Szolarz
Ein Wienbildband mehr?

Gehen Sie als Wiener einnmal mit offenen Augen durch die Stadt - schauen Sie dorthin, wo alle Touristen die Fotoapparate zücken oder greifen Sie gar nach dem in den Souvenirständen Feilgebotenen. Zuviel Kitsch? Zuviel desselben?

Heinz Szolarz legt ein Wienbuch der anderen Art vor. Handwerklich einwandfreie Aufnahmen, denen man durchaus auch den perfektionistischen Fotografen anmerken darf. Die Bildauswahl erfolgt sehr subjektiv. Die Stadt liegt ihm am Herzen, er müht sich redlich, auch das Verdrängte zu dokumentieren. Warum gerade bei diesen Bildern die deutsche und die englische Version seiner Begleittexte erhebliche Unterschiede aufweisen, erklärt der Autor allerdings nicht. Zuweilen klingt er ein wenig pathetisch, und irgendwie passt auch das bestens zur Stadt. Ansonsten wunderschöne Bilder von Plätzen, die man nicht kennt, und Bilder von Bekanntem, das man so wiederum auch noch nicht gesehen hat. Ein Streifzug durch U-Bahnstationen, Kaffeehäuser, Parkanlagen, moderne und alte Architektur, vielleicht ein bisschen durcheinander im Hauptteil, aber sorgfältig beschrieben im Glossar. Unter recht prosaischen Überschriften wie etwa „Mehr blauer Himmel“, „Das Alte und das Neue“, „Das Café“, „Drinnen“ oder „Mehr Grün“ lädt er uns in etliche Wiener Bäder ein, zeigt uns Innennansichten prunkvoller Säle und spannender Gemeindebauten, lässt uns aus seinem Küchenfenster hinaus- und in die interessantesten U-Bahn-Stationen hineinschauen. Er führt uns nach Steinhof und in den Augarten, vors Parlament und hinaus in die Donauauen, auf die Ringstraße und in die Vorstadt. Moderne Architektur wird oft im Zusammenhang fotografiert, hier sieht der Fotograf das Verbindende vor dem Trennenden.

Resümee: Dieser Bildband ist eine Bereicherung für jeden Wienfreund, ein ideales Mitbringsel für Wiener und Nichtwiener. Am Titelbild die Strudlhofstiege – auch hier wie bei Doderer „im unregelmäßigen Blätterschatten, mit ihren von überhangenden Zweigen und Laubgekuppel unterbrochenen und gemilderten Konturen“. Diese Nachtaufnahme als Metapher für die offensichtlichen und verborgenen Glanzlichter dieser Stadt, die Szolarz für uns alle wiederentdeckt hat.

Heinz Szolarz, My Vienna
Eigenverlag, Vertrieb: noch offen
ISBN 978-3-200-01104-5
176 Seiten, vollfärbig, gebunden, 30 x 21 cm
32 Euro
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Sonntag, 20. Januar 2008

das märchen vom glück

Es war ein Mal ein junger Mann in China, der ruderte auf einem kleinen Boot einen Flüßchen entlang, als sich plötzlich drei schwarze Vögel bei ihm am Bootsrand niederließen.
„Wir können dir deine Wünsche erfüllen!“, sprach der größte der Vögel, „was ist es, was du am meisten willst?“ Der junge Mann dachte nicht lang nach: „Ein langes Leben!“ „Hör mir gut zu!“, erwiderte da der größte Vogel, „ich bin dein Tod! Du weißt nicht, wann ich wiederkomme – verbring also jeden Tag so, als wäre es dein letzter! So wird dir dein Leben sicher nicht zu kurz werden!“ Kaum hatte er fertig gesprochen, erhob er sich schon und flog davon.
Nun wollte der zweite Vogel wissen, was er denn für den jungen Mann tun könne. „Ich will nicht mehr allein sein!“, seufzte der junge Mann. „Ach, das ist ja überhaupt kein Problem! Wir Vögel sind schließlich überall – auf Wiedersehen!“ Und auch der zweite Vogel breitete seine Schwingen aus und flog davon.
Der dritte Vogel, der allerkleinste, saß noch an der Reling und wartete. Und wartete. Auf einmal rief der Mann recht laut: „Ich will glücklich sein!“ Da schüttelte der kleine Vogel ein wenig seinen Kopf: „Ich könnte wohl schon dein Glück werden – aber eines solltest du wissen: Es ist sehr schwer, einen Vogel festzuhalten! Willst du dir nicht vielleicht etwas anderes wünschen?“ Der junge Mann wunderte sich: „Das geht, ich hab meine Chance nicht vertan?“ „Aber nein, wir sind hier in einem modernen Märchen!“ „Na gut, dann will ich zufrieden sein!“ sagte der junge Mann viel leiser. „Weit besser gewünscht!“ freute sich der kleinste Vogel. Er erklärte dem jungen Mann, dass er jeden Abend seine Sorgen in seinen Korb packen und den unbedingt immer hinter sich stellen solle. Und dann flog auch er davon.

Sechzig Jahre später ruderte ein alter Mann in einem großen Boot auf einem ruhigen, breiten Fluß, als sich ein kleiner Vogel näherte: „Wie schön leer dein Korb ist!“, zwitscherte der, „erkennst du mich wieder?“ „Jedes Mal hab ich dich erkannt“, rief da der alte Mann, „als ich meine Frau das erste Mal sah, als meine sechs Kinder geboren wurden – und nie hab ich versucht, dich festzuhalten!“ Stattdessen hatte er wirklich den Rat befolgt, sich seine Sorgen nie von vorne anzusehen. „Du hast es gut gemacht“, meinte da der kleine Vogel, „und jetzt setze ich mich ein wenig hinter deinen Rücken!“
Ein paar Minuten später kam der zweite Vogel an. „Ich war wahrlich nicht allein“, sprach ihn der alte Mann an, „bis meine Frau gestorben ist und meine Kinder sich aufmachten, die Welt zu entdecken! Und immer wusste ich: So wie die Vögel nicht zu zählen sind, so viele Menschen gibt es wohl auch!“ „Das hast du dir gut überlegt!“, antwortete ihm der zweite Vogel, „und jetzt werde ich bei dir bleiben, damit du noch mehr Gesellschaft hast!“

Und der alte Mann lächelte und begrüßte den letzten Vogel.
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Samstag, 19. Januar 2008

manchmal

hätte ich gern mehr kraft, mehr mut und mehr unbekümmertheit, statt höhenangst, vernunft und ein paar falten.


Bild-2

ps: das bin diesmal nicht ich. aber ungefähr genau an dieser stelle, hab ich recht deutlich erkannt, wo meine grenzen sind. und das war nicht wirklich lustig. immerhin hab ich mich dann eine woche von dem schreck erholen können ...

pps: ich hätte auch von all den netten leuten, die wir getroffen haben, erzählen können. in der kleinen frühstückspension, in der wir untergebracht waren, herrschte eine ganz eigene harmonie zwischen ausgesprochen unterschiedlichen gästen. in manch einer gondel wurde deutlich mehr geblödelt als es den sprachbarrieren nach möglich schien. am ende mancher schitouren verabschiedeten sich wildfremde leute von uns. ein belgier mit kamera filmte auch noch den h. - weil er so cool ist. schifahren kann er jedenfalls besser als ich.
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Freitag, 11. Januar 2008

abwesenheitsnotiz/vorankündigung

hier wird geurlaubt;-)
dekadenterweise fliegen wir morgen früh in den nächsten schiurlaub. war allen ernstes billiger als die anreise per bahn. inklusive aller spesen.

den urlaub haben wir uns redlichst verdient - gestern wurden die 2000 exemplare von "my vienna" angeliefert. in paketen zu fünf stück. ist nur eine ganz triviale mathematikaufgabe sich ungefähr den benötigten raum dafür vorzustellen. aber 10 hab ich heut eh schon so nebenbei verkauft;-)
und wenn die hp dazu fertig ist, dann steht dem großen durchbruch nichts mehr im weg gibt es eine ordentliche ankündigung und einen schönen link dazu!
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Mittwoch, 9. Januar 2008

was wir nicht (mehr) sind

der a. verbrachte die weihnachtsferien bei seinen großeltern, samt lieblinksonkel und lieblingscousin (ok - cousin hat er nur den einen). ungefähr eine stunde nach seiner glücklichen heimkehr - anwesend waren der h., den er nun doch auch schon fast vier jahre kennt, sowie ich, das muttertier - ruft sein bester freund an.
a. am telefon: "hach - endlich eine vertraute stimme!"
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Sonntag, 6. Januar 2008

alt werden, aber richtig!

als kind wusste ich genau, was eine familienschönheit ist: die tante steffi. eine familienschönheit muss ziemlich dick sein und karierte schürzen tragen. gut kochen konnte sie auch, in ihrer wohnung trauten wir uns allerdings kaum, uns zu bewegen.
einer der gründe dafür war der onkel tikwart, ihr zweiter mann. ich muss schon erwachsen gewesen sein, als ich drauf kam, dass tikwart gar kein vorname ist. dieser onkel wiederum ging als der brennende onkel in die familienchronik ein, wiewohl ich die geschichte nur vom hörensagen kenne, da ich bei der hochzeit meiner eltern natürlich nicht dabei war. bei der hochzeit meiner großeltern war ich dagegen schon dabei, aber das führt jetzt zu weit.
jedenfalls wollte der onkel tikwart seine kostbare virginia nicht vergeuden,und sie daher keinesfalls während der trauung unbeaufsichtigt in irgendeinem aschenbecher liegen lassen, also steckte er sie kurzerhand in seine hosentasche. vermeintlich nicht glühend. die zeremonie wurde durch unfeierlichen feuerlichen geruch ein wenig getrübt, erzählten die anderen tanten immer mit einer gewissen schadenfreude. schließlich waren sie alle nicht die familienschönheiten.
irgendwann verstarb der onkel tikwart, und da entschloss sich die tante steffi ins tal und ins altersheim und damit auch näher zu meiner großmutter, ihrer jüngsten noch lebenden schwester zu ziehen. wir besuchten sie oft, mittlerweile verstand ich schon auch, dass die tante steffi tatsächlich einmal sehr hübsch gewesen sein musste. jede woche ließ sie sich auch im altersheim die haare machen, und sie war immer tadellos gekleidet, jetzt halt ohne schürze.
nach ein paar weiteren jahren stellte sie uns den onkel ernst vor. den hatte sie im park kennen gelernt. ein paar jahre jünger,schon ein wenig schwerhörig, aber - und das war das schönste - immer noch mit eigenem auto unterwegs. bei allen familientreffen achtete jeder andere verwandte sorgfältig aufs kennzeichen aus v, keiner wollte mit dem onkel ernst streiten müssen, weil er immer auf gehör ausparkte. oder vielleicht auch mehr auf gefühl. der onkel ernst war das beste, was der tante steffi passieren hatte können. fast jeden tag stellte er sich ein, um sie zu einem ausflug abzuholen, zum essen auszuführen,oder um einfach nur spazieren zu fahren. der rest der verwandtschaft war begeistert - bis auf meine großmutter. "jedesmal vergessen sie, ein fenster zuzumachen!", "wie komm ich überhaupt dazu, dauernd meine wohnung herzuborgen?", jammerte sie meine mutter an. da war die tante steffi auf jeden fall schon 80.
und eines tages verkündete die tante steffi, aus dem altersheim wieder aus- und mit dem ernst zusammenziehen zu wollen. "bist du verrückt? du weißt ja gar nicht worauf du dich da einlässt?", fiel noch unter die milderen reaktionen. das könne sie sich nicht mehr zutrauen, wer weiß, wie lange der onkel ernst noch so agil sei, sie habe doch seit jahren schon keinen supermarkt mehr betreten müssen ...
die tante steffi ließ es sich ausreden, der ernsti kam weiterhin. und die wohnung meiner oma haben die beiden aufgesucht bis die tante steffi gestorben ist.
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zug um zug

"Sein Leben gleiche einem Zug, der zwar hin und wieder durch schöne Landschaften fährt, aber er macht nirgends Halt, dass er aussteigen könnte, um gegebenenfalls zu verweilen" , schreibt
herr lovehunter, mein leben sah wohl anders aus.

zunächst die regionalzüge mit ihren unendlich vielen haltestellen. keine ließ ich aus. mag sein, dass umwege die ortskenntnis erhöhen, und erfahrung derjenigen steht, die sie gemacht hat, mag sein, dass es auch richtig schön in diesen vollen zügen gewesen ist. jung und übermütig, nie hätt ich mich selbst als naiv bezeichnet.

später die eil- und expresszüge, die intercities und die nachtzüge, am besten doppelgleisig. umstiegsmöglichkeiten gab es genug, meist reichten wenige minuten an den an den unübersichtlichsten bahnhöfen. ehrgeizig und attraktiv, nie hätt ich mich selbst arrogant gefunden.

es kam wie es kommen musste. eine falsche weiche und rauf auf die achterbahn der gefühle. mit irgendeinem zug bin ich da ziemlich entgleist, völlig aus der bahn geworfen worden, die notbremsung hab ich aber überlebt. man lernt auch am abstellgleis, oder beim gütertransport. ein bisschen besinnung, andere haben mich als völlig verrückt diagnostiziert.

danach wollte ich auch gar nirgends mehr einsteigen, nie mehr weiter fahren, keine haltestellen be- oder missachten, aber lang ist das auch nicht auszuhalten. zumindest nicht für unheilige.

eine dampflok probiert, die schmalspurbahn verworfen, die zahnradbahn aus der weite gesehen. jetzt fahr ich privat wahrscheinlich seilbahn. mit genau einem seil. bergauf.
"sie wollen immer losfahren, bevor die gleise verlegt sind", warf mir mein chef voriges jahr einmal vor. "und sie warten immer noch, dass ihnen wer die gleise baut", erwiderte ich vor etlichen zeugen. im übrigen komm ich ganz gut mit ihm aus. energien wieder da.
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hier fehlt was;-)

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