woanders

Dienstag, 18. September 2012

Wie man leben soll

Man setze sich ab und zu in einen Zug und fahre ganz, ganz weit weg. So weit, dass nicht einmal mehr Handy-Empfang besteht.

Man suche sich eine extrem charmante Gastgeberin, die auch noch ausgezeichnet kocht und in Hanglage über einem besonders malerischen Städtchen wohnt. Das letzte hab ich sogar 2mal in drei Tagen geschafft, aber das ist eine andere Geschichte …

Man plaudere und lache in äußerst angenehmer Gesellschaft, esse und trinke, höre Musik und schaue nie auf die Uhr. Man gönne sich ein wenig Abenteuer bei Wenden auf beschränkt befahrbaren Straßen, vor allem wenn das Gefährt nicht das eigene ist und die eigenen Fahrkünste garantiert nicht ausreichten.

Man lasse sich auch gerne weitere Fürsorge mit Proviant und Jacke angedeihen, sei allerdings auch nicht unempfänglich, wenn einen auf ungefähr 20 zurückzulegenden Metern schnell ein vor allem wärmender Mantel, sowie ein auch nicht ganz unmodisches wärmendes Kleid anlachen, während der Rest gerade einmal aufs Klo geht und im nächsten Lokal Platz nimmt. Man finde ihn nur wieder. Und man lasse sich danach mit Komplimenten überschütten.

Man höre einem Einheimischen in urigem Dialekt und mit fast ebenso urigen Ansichten zu, döse ein wenig ob all der Behaglichkeit im eigens angemieteten Kleinbus, einige sich auf doch nicht so schlimme Bausünden und betrachte gerne auch zwischendurch etwas ältere Investruinen.

Man spaziere gemeinsam bergauf und bergab, wenn´s sein muss auch einsam im Stockfinsteren in eher nicht so trauter Umgebung aber das ist eine andere Geschichte.

Man wiederhole den Teil mit dem Abendessen/Plaudern/Lachen.

Man freue sich an den anderen und dem Sonnenschein, der den Mantel und das Kleid zwar in den folgenden Tagen, aber nicht in den folgenden Monaten ein wenig überflüssig erscheinen lassen. Man freue sich überhaupt am Flüssigen und am Überflüssigen!

Man sei nicht zu traurig beim Abschied, sage von ganzem Herzen DANKE und freue sich auf´s nächste Mal, das es einfach geben MUSS!
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Freitag, 27. Mai 2011

anders leben

am sol kampiert eine jugend mit wenig hoffnung, ein alkoholverbot haben sie sich selbst aufgelegt, rührend und hilflos wirken die wunschzettel und die sonstigen gemalten schilder. wir drängen uns jeden tag durchs gemenge, weil wir um die ecke wohnen. ich setz mich da auch noch hin, sagt der freund meiner schwester, nicht nur, weil eine ungeliebte fusion ihn seinen job kosten wird.

heiß ist es, am frühen nachmittag zieht der saxophonspieler durch unsere gasse, ich schaue ihm lange von oben aus nach, genau wie der kleine hund am nachbarbalkon. anscheinend spielt er gerade nur für sich.

der glücklichste mensch sei er mit uns drei grazien gegenüber, ruft uns der alte nachbar von gegenüber zu. runter über die treppen kann er nicht mehr, wir sind seine einzige abwechslung.

später sitzen wir in einem klassischen konzert, die auftretenden studenten spielen gut, der eintritt ist fast geschenkt. früher sei es überhaupt gratis gewesen, erzählt man mir. noch später sitzen wir bei wein und käse und ich stelle fest, dass meine schwester da wirklich hin passt. erwachsen sei sie in dem jahr in madrid geworden, meint sie und schränkt gleich ein, naja vielleicht ein bisschen erwachsener zumindest.

an einem anderen tag wandern wir ein steiles flussbett hinauf, meine begleiter sind untröstlich, als es zu schütten beginnt. so hab ich nur die hälfte dessen gesehen, was sie mir zeigen hätten wollen. aber ich wisse ja gar nicht, was ich versäumt hätte, blödle ich und radebreche ein wenig in meinem pseudospanisch. wir österreicher sagen immer nein danke, obwohl wir eh hunger hätten, meint der j., er wisse das schon, und drei heiße vier, sagt er, als er mir den teller mit essen überhäuft.

im flugzeug nach luxemburg werde ich im seltsamen landesdialekt angeredet, den ich durchaus leicht verstehe, als spanierin gehe ich natürlich nicht durch. wenigstens passen mir dort dann aber auch die kleider.
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Montag, 26. Oktober 2009

irgendwie anders ...

einmal davon abgesehen, dass ich mit "in rom" ja auch irgendwo anders bin, laeuft alles ein auch irgendwie ein wenig anders als erwartet ...
- oder doch nicht so ganz;-)

das wetter ist schon einmal viel schoener als "dahoam" - das ist ja schon einmal ein entschiedener vorteil.

die stimmung schwankt immer zwischen leicht ausgelassen und schnell beleidigt - wobei der eher heiterere teil der familie ziemlich sicher nicht aus meiner mutter und meiner schwester besteht oder sagen wir vor allem nicht aus meiner mutter.

andererseits hat die wiederum kreide gefressen, womit ich ja schon ueberhaupt nicht umgehen kann - ich will weder dauernd irgendwas getragen kriegen, noch ununterbrochen vorgeschrieben, was ich denn essen und trinken soll. und in welchem tempo. da bin ich ein wenig eigen.

jedenfalls muss ich mir jetzt - statt zum wiederholten male in meinem irdischen leben dieselben kirchen als vorbereitung auf mein jenseitiges zu betrachten -, dringend neue schuhe kaufen, oder vielleicht zum friseur - deshalb faehrt man ja schlieszlich weg, oder?;-)
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Freitag, 23. Oktober 2009

fängt ja gut an ...

im urlaub muss man meistens auch etwas bezahlen, es sei denn .. - egal.

schwesterchen meint, wir hätten das quartier schon ...- aber in allen unterlagen steht das gegenteil ... egal.

meinereine pilgert zur bank austria - um extra nachzufragen, ob das geld ev. von meinem kreditkonto ...
zunächst fragt mich das lehrmädchen nach meinem begehr, gibt aber ehrlich zu, dass sie sich nicht auskennt ... egal.

danach fragt sie die linksseitig sitzende dame. die erklärt mir, dass ich nur direkt anrufen könne um das zu klären. mich wundert´s zwar, aber sie führt wortreich aus, dass es sich um eine art "subfirma" handelt und sie hier in der bank austria selbst leider keinen zugriff auf diese kreditkontendaten hätten. sie schreibt mir eine nummer auf. netter hätte ich ja gefunden, wenn sie dort gleich selbst angerufen hätte, aber - egal.

meine kreditkarte hatte sie dabei in der hand. meine normale bankomatkarte auch. die kreditkarte gibt sie mir zurück. meine normale bankomatkarte auch - nach entsprechender bitte meinerseits ... egal.

wieder zu hause rufe ich die angegebene nummer an. nein, da könne man mir keine auskunft erteilen, das sei ja ein kreditkartenkonto der bank austria, da könne mir nur die bank austria auskunft erteilen ... nicht egal.

ich rufe leicht entnervt bei der vor kurzem von mir verlassenen filiale an - die dame erinnert sich an mich, und gibt mir einen herrn. nach kurzer schilderung des bisherigen, erklärt er mir zwar wahrheitsgemäß aber irgendwie schon auch ein wenig präpotent, das wäre aber nicht er gewesen, der das gesagt hätte. ich frage ihn, ob er mir jetzt bitte auskunft erteilen ...

ich solle bitte in die filiale kommen ... - und jetzt ist´s mir ganz und gar nicht mehr egal. so eine art kleine entschuldigung wäre jedenfalls viel passender als sein überheblicher ton bei mir angekommen.
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Samstag, 15. August 2009

entschleunigt.

Ich komme alleine, der H. quält sich auf seinem Rad über irgendeinen Berg. Meinen Platz suche ich sorgfältig aus, neben einer Bank, im Halbschatten, mit zwei Frauen, die lesen, in der Nähe. Nach einer Stunde teilen wir einander mit, wie eiskalt das Wasser des Sees ist. Nach einer weiteren fragt mich die eine der beiden, woher ich denn meinen Sessel habe. Am Nachmittag wandern wir alle weiter - von einem schattigen Plätzchen zum nächsten -, bleiben aber immer unter demselben Baum. Die andere liest den ganzen Tag an der "Zeit". Ihr wird einmal von der ersten ein Eis mitgebracht. Die geht etwas öfter schwimmen, und befolgt laut lachend meinen Rat, auf einem Bein zu hüpfen, um das Wasser aus ihrem Ohr zu bekommen.
Mehr haben wir den ganzen Tag nicht geredet. Ich würde die zwei aber durchaus gerne kennen gelernt haben.
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Donnerstag, 28. Mai 2009

live from london ...

lady stardust and me are having a good time falling from one touristical attraction to the next. (see there for more details);-)
andererseits hab ich auch schon lang nicht mehr so ausfuehrlich eingekauft, weiss jetzt endlich, wieso hier links gefahren wird und dass youth hostels vielleicht doch mehr fuer sehr junge menschen gedacht sind ...
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Dienstag, 24. März 2009

letzten endes doch recht überschaubar ...

die pizzeria hätte leider zu, meinte die nette dame an der rezeption auf unsere frage nach einem netteren lokal in der näheren umgebung. und das andere gasthaus heute auch. na, das können wir ja morgen nehmen, scherzte ich. nein, leider, das sei heute und morgen geschlossen. etwas drittes wisse sie leider nicht.
*
eine busfahrt der etwas anderen art. ich kenne jetzt in groben zügen den entwurf zum neuen prostitutionsgesetz in oberösterreich und was daran auszusetzen ist. außerdem das ehemalige wohnheim der arbeiterinnen der lederfabrik. die fünfhundert aufkleber gegen rassismus habe ich im hotelzimmer vergessen.
*
museumstage hätten es zwei werden sollen, gestern wurde ich allerdings krank, sodass der h. ganz alleine feststellen durfte, dass am montag in linz sowieso alles geschlossen hat.
*
dafür hab ich im ars electronica einen satz nur mit meinen augen geschrieben und mir im lentos gedacht, dass "best of austria" ein wenig gar lieblos kuratiert worden ist. das konzept, dass einfach jedes andere museum "irgendwas" hergibt und das wird dann nebeneinander gezeigt, scheint mir doch überdenkenswert.
*
selbstverständlich hab ich auch ein stück linzertorte gegessen. in einem anderen lokal hab ich bookcrossing entdeckt.
im "haus der geschichten" hab ich netterweise auch eine hinterlassen, und ein wenig gestrickt.
*
die abendgestaltung war ein wenig schwierig, das angebot mehr als überschaubar. amon amarth waren leider schon am freitag (und wir sind erst am samstag gekommen) - wobei überreste am sonntag früh noch in der hotelbar anzutreffen waren.
*
wenn es nach meiner mutter gegangen wäre, wäre ich da aufgewachsen. nicht in der hotelbar, aber ...

IMG_1486
alles eine frage der perspektive;-)
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Dienstag, 6. Januar 2009

halo

hier fehlt kein l, nur war mir das wort bisher nur als beschreibung eines teils der ursachen meiner schulischen erfolge bekannt - und da war das schon ganz praktisch, dass von mir nie irgendwer was schlechtes annahm. abgesehen von meinen mitschülern vielleicht, die es besser als die lehrer wussten. freundlicherweise haben sie aber dann in die maturazeitung geschrieben, dass bei mir die berufswahl wegen großen interesses wahrscheinlich, aber vielleicht sein dürfte. und dass ich eine romantische realistin mit einem hauch von primadonna-touch wäre.

seit gestern weiß ich: auch der mond kann ein halo haben, da bricht sich an hochliegenden dünnen wolken das licht - und das schaut grandios aus:

haloIMG_8679
das mittlere erleuchtete fenster gehörte zu unserem kämmerchen auf fast 3000 m höhe.
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Mittwoch, 8. Oktober 2008

barcelona ...

spricht für sich ...

IMG_4457GUELL
wir waren da -

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sind oft weit hinauf gekommen -

DSCF1122SAGRADA
auch um nicht einmal fertige kirchen zu besichtigen,

DSCF1102STARWARS
oder doch eher sith? -

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und um appetitliche dinge zu kosten,

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sich ein bisschen romantisch zu fühlen -

IMG_4968EGGS
und richtige wachteleierkoalitionen zu betrachten;-)
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Samstag, 26. April 2008

bilder im kopf

eine alte dame müht sich über drei stufen, die tochter stützt sie. unendlich langsam verlagert sie ihr gewicht, krücken an beiden seiten, zuerst hinauf dann hinunter, behindertengerechtes bauen würde ich das nicht nennen. viele mütter mit erwachsenen töchtern sind mir aufgefallen, mit einander sehr ähnlichen gesichtszügen, alle nicht so besonders attraktiv, aber auch die alten damen immer gepflegt und mit weit mehr eleganz als bei uns.

Bild-1

in die hübschen, alten, gelben straßenbahnen hieven sie sich genauso wie wir, alle werden beim ständigen auf und ab durchgerüttelt, freie sitzplätze sind rar. es gab einmal billigere nachkriegsmodelle, die hielten den hügeln nicht stand und wurden wieder gegen die alten ausgetauscht, wird mir erzählt. der lift des herrn eiffel von der unterstadt zur oberstadt hingegen wird wohl nur mehr von fremden benutzt.

kaum ist der erste sonnenstrahl heraußen, rennen die brasilianerinnen praktisch ohne gewand herum, meint meine freundin r. das würden die portugiesinnen auch im sommer nicht tun, und weil april ist, gehen anscheinend alle noch im wintergewand. außer den halbstarken am strand natürlich, die die wellen und die plötzliche hitze sofort zum surfen nützen.

r.´s wohnung ist groß, gemütlich und eingerichtet, als ob meine urgroßmutter stilberaterin gewesen wäre. eines abends bringt sie eine borte mit, die will sie an ihr bügelbrett zur verschönerung nähen. wir kennen uns nicht gut genug, als dass ich in schallendes gelächter ausbrechen könnte. es macht ihr aber offensichtlich spaß, und umgeben von lauter gleich aussehenden schlafsiedlungen in lauter gleich aussehenden schlafvorstädten kann ich den wunsch, irgendetwas anders zu machen, dann doch verstehen.

und ich will r. nicht in einem falschen licht erscheinen lassen, ich kann mit ihr auch über saramago reden, über die politsche situation in portugal, und über alles mögliche andere - von männern bis kindern - natürlich auch.

es ist nur eine halbe stunde mit der fähre nach lissabon, vorausgesetzt man findet die fähre. auf dem ortsplan ist ein hafen eingezeichnet, den es noch nicht gibt. die, die wir befragen, können wenig englisch und wollen uns partout immer zum bus schicken. da wir aber schon so lang vergeblich auf den ersten bus gewartet haben, gehen wir weiter zu fuß. nach drei kilometern außerhalb des städtchens erbarmt sich ein autofahrer und führt uns bis zum pier.

die letzten drei tage übe ich mich im mietwagen im straßenschilderlesen, nachdem wir uns darauf geeinigt haben, kreisverkehre grundsätzlich zumindest eineinviertelfach zu umrunden, verfahren wir uns deutlich seltener.

weil wir jetzt mobiler sind, kommen wir in die malerischsten fischerdörfchen, in wunderschöne küstengebiete, zu königspalästen und windmühlen. obidos ist von den pfadfindern überschwemmt, die durch den ort rennen müssen, um ihre rätsel zu lösen. eine gruppe von schwarz beanzugten mädchen spielt uns auf, ob das jetzt was mit dem nationalfeiertag zu tun hat, ist mir nicht klar. am vortag war im fernsehen ein ehemaliger terrorist zu wort gekommen. das tue er jedes jahr um die zeit - viel zu ausführlich - meint r., so ein gefängnisaufenthalt mache sich in gewissen kreisen anscheinend gut im cv.

alles ist nicht ganz so blank geleckt, dass es zu viel wäre, und überall noch erfreulich wenige touristen, schließlich ist ja vorsaison.
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das mitbringsel für alle, die wien (nicht) kennen!


heinz szolarz
my vienna!

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