mal was andres..

Montag, 22. August 2011

mal was andres (25)

Cristina und Tatjana sind Models, genau wie ich. Wozu sich Iljana nahtlos bräunt, ist mir schleierhaft. Sie hat doch nur einen Au-Pair-Vertrag. Mein Teint ist von Natur aus recht dunkel, die Warterei geht mir schön langsam auf die Nerven.

Zuerst dachte ich, sie würden die Neue auch noch bei uns einquartieren. Sie wohnt aber in einem anderen Teil der Villa.

Heute früh kam sie zum Pool. Anscheinend eine Frühaufsteherin, genau wie ich.

- Entspannst du dich hier auch?
- Kommt drauf an, ich würde lieber endlich arbeiten, anscheinend gibt es Verzögerungen.

Ich erzählte ihr von den Schönheitwettbewerben, die wir gewonnen hatten und dass wir hier auf den Beginn unserer internationalen Karrieren warteten.

- Habt Ihr Eure Pässe bei Euch?
- Nein, die hat Carlos, er sagte, er braucht sie für die Verhandlungen.
- Kommt dir das nicht seltsam vor?

Da traf sie einen wunden Punkt. Ich wollte das schon mit den anderen diskutieren, aber die meinten alle, wir hätten doch unsere schriftlichen Verträge. Das werde schon in Ordnung sein.

- Und was machst du hier?
- Ich versuche, etwas herauszufinden. Unter anderem.

Sie sei mit dem jungen Giovanni hergekommen, er hätte sie unbedingt zu ihrem Schutz hierher bringen wollen. Sie hätte Schwierigkeiten mit der Polizei, und wüsste nicht einmal, weshalb.

Carlos sei extrem höflich und freundlich zu ihr, aber – ich solle mich doch umsehen – die protzige Villa, die vielen „unauffälligen“ bewaffneten Muskelpakete, das lässt doch nur einen Schluss zu, oder? Und dass wir hier praktisch gefangen gehalten würden …

- Hast du denn deinen Pass noch?
- Ja, hab ich. Von mir müssen sie etwas anderes wollen. Ich weiß nur noch nicht, was!
- Kommst du morgen wieder so zeitlich zum Pool?
- Mach ich! Wieso sprichst du eigentlich so gut Deutsch?
- Ich bin aus Brasow, das ist in Siebenbürgen.
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Sonntag, 21. August 2011

mal was anderes (24)

Elisabeth hat Recht, mein großartiger Bruder denkt wirklich nur an sich. Ich zerstöre seinen guten Ruf, was ich mir eigentlich dabei gedacht hätte? Wann er damit rechnen dürfe, dass unser guter Name in der Boulevardpresse auftauche?

- Stefan, ich habe überhaupt nichts verbrochen!
- Und warum hat dich dein toller Anwalt dann noch nicht da herausgeholt? Wer ist der überhaupt?
- Ein Freund von Philipp!
- Philipp, ha! Warum hast du nicht mich gefragt?
- Weil du nicht da warst!

Der Maringer würde meinen Fall sicher übernehmen, dem hätte er schließlich zu Zwillingen verholfen. Ich brauche keinen anderen Anwalt, ich sei mit meinem zufrieden.

Zum Glück ging er bald, er hätte genug gehört. Vorsichtshalber habe ich ihm allerdings verschwiegen, dass ich die Betrügerin auch noch in sein Haus gebracht hatte. Noch mehr Vorwürfe hätte ich nicht verkraftet.

Überhaupt bin ich, seit „mein toller Anwalt“ mich über die Ergebnisse seiner Wienreise informiert hat, ziemlich verzweifelt. Warum war ich nur so vertrauensselig? So etwas passiert einfach nicht im richtigen Leben. Und schon gar nicht mir.

Unser Projekt in Bukarest könnte den Bach runter gehen, mein Chef hat noch viel Verständnis, aber ewig wird auch er nicht auf mich warten können.

Ich habe die 12 Quadratmeter Zelle gefühlte zehntausend Mal abgeschritten. Ich mache Liegestütze. Mittlerweile bin ich bei 58 ohne Pause. Das Essen ist unheimlich schlecht. Selbstverständlich esse ich auch das. Ist wenigstens irgendeine Abwechslung.
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Samstag, 20. August 2011

mal was andres (23)

So ein Glück! Ich rief gleich Onkel Carlos an, als ich sie wiedererkannte. Ich wollte unbedingt die Peinlichkeit mit dem Auto wieder gut machen.

Zunächst wollte er gar nicht mit mir sprechen, er ließ mir ausrichten, ich solle froh sein, nicht in Betonpatscherln unter Wasser zu stecken. Aber ich blieb hartnäckig, es sei extrem wichtig.

Ich hätte da eine Idee, wie wir unseren "Verlust" wieder bekommen könnten, die Frau ist der Schlüssel!

Natürlich sei ich mir sicher, ich habe das Pärchen im Cafe in Venedig doch lange genug beobachtet. Und ihren Sprint hinterm Auto her, wie könnte ich das vergessen!

Bring sie her, trug mir Carlos auf. Und das ging noch einfacher, als ein Auto zu stehlen!

Ich hänge gerne in dieser Bar herum, dauernd kommen neue Studentinnen von der Grabungsstätte. Das Freizeitangebot in Casserta ist beschränkt - die Mädels sind leicht aufzureißen. Nicht, dass ich das nötig hätte - aber da sind verdammt hübsche dabei, wissen Sie.

SIE ist keine Studentin, aber fad war ihr anscheinend auch. Sie habe ich natürlich auch nicht angebraten, ich erzählte ihr nur, dass ich in der Nähe wohne.

Am dritten Abend, als ich mich noch immer vornehm zurückhielt, fragte sie mich etwas. Sie sei hier untergetaucht, ob ich das für eine gute Wahl hielte? Nicht wirklich, ich wüsste etwas viel Besseres.

Das Graben in der Hitze sei ziemlich anstrengend, was ich ihr denn vorschlage? Ich hätte einen Onkel im Süden von Neapel, dort könne sie wunderbar ausspannen. Sie hätte ziemlich viel zum Nachdenken. Das könne sie dort noch besser! Es sei eine Riesenvilla, man werde ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen.
Einfach so?

Dafür verbürgte ich mich, der Onkel sei ziemlich exzentrisch. Schon morgen fahre ich ihn wieder einmal besuchen. Ob sie sich das Ganze nicht einfach ansehen wolle?
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Donnerstag, 18. August 2011

mal was andres (21)

Ich weiß gar nicht, was ich falsch gemacht habe. Als der Anwalt weg war, lud mich Iris auf einen Kaffee ein. Das freute mich natürlich.

- Der Schnöselanwalt hat die Exfrau deines Verblichenen gemeint!
- Ich weiß, sie hat seinen Namen nicht abgelegt.
- Willst du sie nicht doch anzeigen?
- Wieso, du hast doch gesagt, die sehen wir nie wieder!
- Sicher nicht!
- Wo - äh - wo hast du sie denn hingebracht?
- Wieso? Nirgends.
- Was heißt nirgends?

Vielleicht hätte ich mich doch genauer ausdrücken sollen, als ich ihr von meiner Heldentat erzählte.

- Du hast sie nicht -?
- Nicht was?

- Soll das heißen, sie läuft noch immer frei herum?
- Solange sie dich nicht anrührt!
- Wer garantiert mir das?
- Na - ich! Bitte - Iris!

Kaum hatte ich meine Tasse ausgetrunken, warf sie mich auch schon wieder hinaus.

Ich will ihr doch helfen. Ich werde das mit ihr durchstehen. Das muss doch reichen, oder?
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Dienstag, 16. August 2011

mal was anderes (19)

Saskia wird stolz auf mich sein. Meine Freundin Saskia, die seit der Uni bei den Grünen aktiv ist. Die oft genug ein Problem mit meinem Beruf hat. Die nie verstehen will, dass wir Gesetze exekutieren, und dass es uns völlig egal sein muss an wem.

Die Frau kam am späten Nachmittag, sie wollte eine Anzeige machen. Sie wies sich aus, und sagte da schon seltsamerweise dazu

- Ich weiß, dass ich das bin. Sie müssen mir glauben, dass ich das bin!
- Ok, ich glaube Ihnen ja, was wollen Sie anzeigen?
- Wen, wen hätten Sie fragen müssen!
- OK, WEN wollen Sie anzeigen?
- Meinen Nachbarn!

Sie glauben gar nicht, wie oft die Leute ihre Nachbarn anzeigen. Ruhestörung, Schwarzarbeit, Ehebruch, Wiederbetätigung, alles wollen sie anzeigen.

-Ok, Ihren Nachbarn. Weshalb?
- Er hat mich bedroht!
- Wie hat er sie bedroht?
- Mit Worten!
- Mit Worten?
- Ja, genügt das nicht?
- Eigentlich nicht, Verzeihung, ich meine, das kommt drauf an, haben Sie schon länger Streit?
- Wir haben überhaupt keinen Streit, ich kenne ihn nur vom Sehen!
- Aber jetzt bedroht er Sie?
- Ja das tut er. Er ist Asiat, er kennt sich sicher mit einer Menge Kampfsportarten aus. Es ist mir peinlich, das so anzunehmen, aber das muss ich!

Wenn ich nicht mit Saskia zusammenwäre, wäre ich vielleicht bei solchen Aussagen weniger sensibel.

- Fühlen Sie sich bedroht, weil er Asiate ist?
- Nein, weil ... wie soll ich das erklären?
- Möchten Sie vielleicht noch einmal anfangen?
- Ich, ich wohne seit fünf Jahren da, aber jetzt wohnt da jemand anderer!
- Jemand anderer?
- Ja, mein Postkasten war leer, und mein Wohnungsschlüssel hat nicht gesperrt! Und da ist eben dieser Nachbar herausgekommen und hat mich bedroht! Vielleicht sollte ich eher den Mann anzeigen, mit dem ich nach Italien gefahren bin!
- Sie wollen jetzt den Mann anzeigen, mit dem Sie nach Italien gefahren sind?
- Nein, das ist sinnlos. Den könnte ich höchstens wegen faustdicker Lügen anzeigen.
- Aha.
- Seither ist meine Bankomatkarte gesperrt und auf meinem Handy fehlen alle gespeicherten Nummern! Meine Firma hat mir mein Geld nicht geschickt! Und die italienische Polizei sucht mich anscheinend auch!

Seit dem Fall Cheibani W. haben wir alle ein psychologisches Zusatztraining erhalten. Da habe ich wirklich verstanden, was Paranoia bedeutet. Ich wurde noch ruhiger. Ich tat so, als nähme ich Protokoll auf.

- Wir fahren gleich zu Ihrem Nachbarn, ok?

In Wirklichkeit mailte ich einem Kollegen, der rief die Rettung an. Für eine Fahrt nach Steinhof*, die werden ihr dort bestimmt helfen.

* Wiener Begriff für das psychiatrische Krankenhaus Baumgartner Höhe. Ist außerdem einer der schönsten Otto-Wagner-Bauten. Leider gibt es Pläne, das Areal mit Hochpreiswohnungen zu verschandeln.
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Montag, 15. August 2011

mal was anderes (18)

Giovanni ist ein Vollidiot. Ich hab ihm den Job gegeben, weil er der Sohn der Cousine der besten Freundin meiner Frau ist. Er wolle sich verbessern, nur Autos knacken sei ihm auf Dauer zu anspruchslos.

Wir brauchen ein sauberes, hab ich gesagt, am besten eins mit deutschem oder österreichischem Kennzeichen, fahr in die Urlaubsorte, fahr zum Parkplatz für die autofreien Inseln, hab ich auch gesagt. Dort vermisst keiner so schnell seinen Wagen.

Und was macht dieser Geisteswinzling? Entweder hat er mir überhaupt nicht zugehört, oder er war zu faul sich auf den Weg dorthin zu machen. Und nimmt die erste Schrottkarre mit österreichischem Kennzeichen, die er sieht!

Gibt das Geld in den Kofferraum, fährt damit nach Neapel, stellt es vor eine Feuerwehrausfahrt und geht was essen!

Natürlich hat es irgendwo gebrannt, irgendein verärgerter Einwohner hat wieder einmal einen Müllhaufen angezündet. Nona, lassen sie das Auto abschleppen. Und irgendein Wichtigtuer, der nicht auf unserer Liste steht, schaut nach - das Auto ist schon als gestohlen gemeldet!

Franco, der Polizist, der schon lange auf unserer Liste steht, sagt, es schaut schlecht aus. Es wird weiter ermittelt, ausgerechnet der Besitzer des Autos ist besonders verdächtig. Die Idioten in Österreich hätten ihn umgehend verhaftet. Er könne nichts erklären. Sie suchten noch nach einer Frau. Welcher Frau? Es muss trotzdem einer gesungen haben.

Ohne Million schicke ich die Ware jedenfalls nicht weiter, die sind meine Sicherheit. Vier Rumäninnen, die glauben, es warten irgendwoanders in Europa hochbezahlte Modelkarierren oder freie Au-Pair-Stellen auf sie. Ich bin nur ein Geschäftsmann, verstehen Sie?
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Sonntag, 14. August 2011

mal was anderes (17)

Also leicht war mein Tag heute nicht. Ein Kunde hat stur behauptet, er hätte mir neunzehnhundert Euro gegeben und ich hätte einen Hunderter sofort verschwinden lassen. Er brüllte so herum, dass unser Filialleiter angelaufen kam, um ihn zu beruhigen.

Das sei völlig ausgeschlossen, der Herr müsse sich irren. Ich irre mich nie! tobte der, er hätte sich das Geld zu Hause hergerichtet, ich sei eine elende Lügnerin. Er randalierte, bis ihm der Chef mit der Polizei drohte.

Eine halbe Stunde später regte sich eine Frau schrecklich über die Nebenkosten ihrer letzten Auslandsüberweisung auf. Das hab doch nicht ich bestimmt! Aber Sie profitieren davon! Ich sitze hier nur am Schalter! Sie leben von meinem Geld! Vielleicht, kann ich sonst noch etwas für sie tun?

Kurz vor Schluss die Krönung: Eine Frau knallt mir eine Bankomatkarte unseres Instituts aufs Pult.

- Was ist mit der los?
- Die ist gesperrt.
- Die ist was?
- Gesperrt!
- Wieso?
- Weil Sie sie telefonisch sperren ließen!
- Wann?
- Könnte ich bitte einen Ausweis von Ihnen sehen?

Sie knallte mir ihren Pass hin.

- Entsperren Sie die Karte!
- Das geht so nicht!
- Das ist mein Konto und Sie entsperren mir die jetzt sofort diese Scheißkarte! Ich brauche dringend Geld!

Sie war jetzt mindestens so laut wie die beiden vorher erwähnten miteinander. Unser Filialleiter eilte schon wieder zu mir.

- Frau Kurz, geben Sie der Dame einen Abhebschein! Was ist denn heute los mit Ihnen?
- Nichts Herr Müller, das wollte ich ihr gerade anbieten!

Wortlos füllte sie ihren Schein aus. Ich zählte ihr das Geld herunter. Sie stopfte es in ihre Handtasche und rauschte davon.

Eigentlich hätte ich ihr noch sagen wollen, dass die neue Bankomatkarte schon längst in ihrer Post sein müsste.
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Samstag, 13. August 2011

mal was anderes (16)

Iris ist seit ziemlich genau 9 Tagen nicht hier aufgetaucht.

Haben Sie schon einmal chinesisch gekocht? Mit einem Chinesen? Zuerst musste ich das Gemüse klein schneiden. Und dann noch einmal. Klitzeklein.

Er hat den Teig mit einem Stäbchen gerührt. Erstaunlich, wie gut ihm das damit gelungen ist.

Ich hätte ja kein einziges vernünftiges Messer in der Küche.
- Ja, weil ich solche Angst habe!
- Angst, wovor?
- Vor der Wahnsinnigen, die mich verfolgt.

Deshalb traue ich mich ja kaum aus dem Haus. Als ich das letzte Mal zum Essen war, hätte sie mich mit Rotwein übergossen. Neulich wäre ich beinahe überfahren worden, ich hätte ihr Auto erkannt. Meinen Job hätte ich ihretwegen verloren. Sie sei zu meinem Chef gegangen und hätte lauter böse Lügen über mich erzählt. Ich wüsste nicht, wie ich sie aufhalten könne.

- Warum gehen Sie nicht zur Polizei?
- Sag Iris zu mir. Nein, die Polizei möchte ich nicht einschalten, ich weiß ja, wer sie ist.
- Wer?
- Die Exfrau meines Mannes.

Nein, ich sei nicht mehr verheiratet, ich sei verwitwet. Sie hätte ewige Rache geschworen, sich aber - solange er noch lebte - von uns ferngehalten.

Sein Tod sei sehr plötzlich gekommen. Im Obduktionsbefund steht Herzversagen. Wahrscheinlich hätte sie ihn zu Tode erschreckt, ob er sich das vorstellen könne. Aber ich hätte keine Beweise. Nur Angst. Ganz furchtbare Angst.

Und dann weinte ich ein bisschen ins Gemüse. Lass uns deine Tränen weg...essen. Irgendwann war das Essen sogar fertig. Es schmeckte mir ausgezeichnet.
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Freitag, 12. August 2011

mal was anderes (15)

Kennen Sie das, Sie kommen aus dem Urlaub zurück, es vergeht nicht einmal ein Tag und Sie fühlen sich genau wie immer?

Wenn ich mich wenigstens die beiden vergangenen Wochen besser gefühlt hätte! Stefan war seine Langeweile deutlichst anzusehen, mit unsren beiden Söhnen weiß er nichts anzufangen und mit mir wohl auch schon die längste Zeit nicht mehr.

O ja, wir halten die Fassade aufrecht, in einer so kleinen Stadt ist das einfach besser so. Und der Herr Primar wird sowieso alle Augenblicke zu einem Notfall gerufen. Für wie dumm hält er mich eigentlich?

Ein paar Wochen oder auch Monate lang immer dieselbe Frauenstimme am Telefon, wenn wieder einmal ein paar Mal hintereinander aufgelegt wird, weiß ich, er hat eine Neue. Die sich das noch nicht so recht traut.

Mit wem redet Timmy da eigentlich am Gartentor? Es wird sich doch nicht eine erfrecht haben, hierher zu kommen? Sein Typ wäre sie. Obwohl - besonders wählerisch ist er auch nicht mehr.

Timmy erzählt der Frau eine ganze Menge, sie schüttelt immer wieder den Kopf, scheint nachzufragen.

- Kann ich Ihnen helfen?
- Oh danke, der aufgeweckte junge Mann hat mir eigentlich schon alle meine Fragen beantwortet.

Sie hätte das Namensschild gelesen und sich gedacht, dass das Haus passe zu ihrem Lieblingsdoktor. Sie entschuldige sich für ihre Neugier.

- Und das soll ich glauben?
- Bitte glauben Sie mir etwas anderes, ich wusste nicht, woran ich mit ihm bin.
- Und jetzt hätten Sie gerne meine Absolution? Oder was genau?
- Es tut mir leid, ehrlich!
- Wenn Sie jetzt bitte gehen wollen!
- Selbstverständlich - nur eine Frage: Waren Sie je in Indien?
- In Indien? Schau ich so aus? Ich glaube, Sie gehen jetzt besser!

Und weg war sie.
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Donnerstag, 11. August 2011

mal was andres (14)

Manchmal behaupte ich beim Fortgehen, ich sei Schriftsteller. Nie will dann jemand etwas von mir, im Gegenteil, die Leute benehmen sich sogar besser. Anscheinend fühlen sie sich beobachtet.

Nur um einen kleinen Gefallen für einen Freund, es müsse sich um eine Lappalie handeln, bat mich Philipp am Telefon. Leider weiß Philipp, dass ich Anwalt bin.

Und dann schickt er mich zu diesem völlig abgedrehten Typen.

- Mit mir können Sie doch offen reden!
- Das tu ich doch.
- Also nochmals von vorne: Sie sind am Flughafen von einer Unbekannten angesprochen worden?
- Ja, das hab ich Ihnen doch schon erzählt.
- Und Sie fanden es normal, dass Sie mit Ihnen ins Auto gestiegen ist.
- Ja, fand ich. Eigentlich fand ich es aufregend.
- Sie haben die Nacht mit ihr im Haus Ihres Bruders verbracht und sind dann weiter nach Italien gefahren?
- Ja, hab ich, bin ich.
- Und dann ist sie Ihnen davon gelaufen? Ohne jede Erklärung?
- Ich dachte, ich hätte sie gekränkt.

- Und Ihr Auto war auch weg?
- Das habe ich angezeigt.
- Sie wissen also nicht, was die Dame transportiert hat?
- Nein, das weiß ich nicht.
- Und Sie wissen auch nicht, woher die Million Euro in Ihrem Kofferraum kommt?
- Nein, das weiß ich auch nicht.
- Die fehlt aber jetzt wahrscheinlich jemandem, oder?
Nachdem die italienische Polizei das Auto beschlagnahmt hat ...
- Muss wohl so sein.
- Und die Dame fehlt vielleicht auch jemandem, oder? Aber Sie kennen die Dame ja nicht und wissen nichts über das Geld?
- GENAU!

- Uff. Ich würde sagen, Sie bekennen sich einfach schuldig.
- WAS soll ich? Ich hab doch nichts getan!
- Ja stimmt, Sie haben nichts getan.

- Sie glauben mir auch nicht ... Könnten Sie nicht die Frau suchen?
- Ich bin Ihr Anwalt, kein Privatdetektiv. Mal davon abgesehen, dass ich nicht wüsste, wie ich die Gute finden sollte.

Das alles hat auch schon dem Untersuchungsrichter genauso erzählt. Und wieviel er so unterwegs ist. Und vor allem wo. Das kann ja heiter werden.

- Obwohl - ok, eines kann ich für Sie tun: Versuchen wir, uns das restliche Gepäck zu schicken zu lassen.
- Das war noch im Auto?
- War es nicht, aber jemand in Neapel hat im Müll zwei Koffer gefunden. Und abgegeben.
- In Neapel?
- Ja, ein pensionierter Staatsanwalt. Und der Müll liegt dort seit Wochen auf der Straße. Zuerst war er neugierig, dann war er korrekt. Und Sie haben Ihr Köfferchen ja sorgfältig beschriftet.
- Sagen Sie, sehen Sie eine Chance, dass ich hier bald herauskomme?
- Nicht wirklich, aber lassen Sie den Kopf nicht hängen.

Eigentlich ist er mir gar nicht unsympathisch.
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hier fehlt was;-)

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