Samstag, 22. November 2008

good vibrations

manche behaupten ja, wien sei ein dorf und in gewisser hinsicht haben auch die recht. aber in einem kleineren kaff wäre ich manchen derer, denen ich gestern erst teilweise nach mehr als 25 jahren zum ersten mal wiederbegegnet bin, wohl schon früher über den weg gelaufen.

alle haben wir gesucht - und viele sind gekommen zu unserem treffen, das wir gleich auf die ganze oberstufe ausgedehnt haben. weggeblieben sind - aus nachvollziehbaren gründen - fast nur die, die es auf andere kontinente verschlagen hat und die erkrankten. über dreißig waren wir damals in der fünften, sechzehn bei der matura.

herzlich haben wir einander begrüßt, und uns ehrlich gefreut, einander einfach nur zu sehen, zu hören, zu merken, dass es der oder dem anderen halbwegs gut zu gehen scheint. neugierig hab ich alle gefragt, was sie denn machen, wie sie denn leben, und bei fast allen hatte ich das gefühl, es "passt". wir sind natürlich alle fast gleich alt, dreiundvierzig bis fünfundvierzig, kaum welche, die nicht zumindest eine ehe beendet haben. die brüche im leben haben wohl schon auch spuren hinterlassen, andererseits haben wir alle strahlend ausgesehen - und sind in einem alter, in dem offensichtlich männer und frauen auch wieder entspannter werden.

wie arg das damals eigentlich gelaufen ist, warum so viele die schule verlassen haben oder verlassen mussten, hab ich wohl völlig verdrängt.
ein wahnsinniger deutschlehrer, der unsere buben in turnen schikanierte, dass gott kupfer nur so seine freude dran gehabt hätte und der die deutschnoten nach körperlichem zustand oder persönlicher willkür vergab. ein anlassiger lateinlehrer, der weder vor müttern noch töchtern halt machte.
ein extremes eliteverständnis, sodass manche der bei uns nicht so erfolgreichen in der nächsten schule oder zumindest nur im anders gelagerten parallelzweig plötzlich gar keine schulischen probleme mehr hatten.

spannend auch, dass die "nicht so braven", die nicht so angepassten im grunde mehr miteinander in kontakt geblieben sind als die anderen. gestern war es einfach schön, mit allen zu reden, und der allgemeine tenor war, dass ein abend ja nun wirklich zu kurz ist, mit allen ins gespräch zu kommen. die grüppchen waren nicht ganz dieselben wie in der schule - und gerade dort, wo ich am am allerwenigsten wusste, bin ich lange "hängengeblieben".

ob´s die alte hackordnung noch gäbe, fragte mich einer, mit dem ich in der ganzen schulzeit kaum ein wort gewechselt habe. glaubst du das? fragte ich ihn lächelnd zurück. ganz und gar nicht, meinte er. ich hätte gern gewusst , wie sich die hackordnung denn für ihn überhaupt dargestellt hat - aber im grund ist es heute ja wirklich ganz egal.
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Dienstag, 18. November 2008

eigenbaugedicht

wegen grassierender blogmüdigkeit, hab ich grad dieses gedicht aus dem archiv gekramt. eigentlich auch, weil ich grad ein grottenschlechtes neues NICHT veröffentlicht habe. und jetzt hätt ich durchaus gern feedback zu diesem alten. weil dieses da find ich selber nun wiederum ... aber urteilt selbst;-)

Wahrscheinlich nicht.

Mädchen, willst du mir nichts kochen?
Einfach so wie abgesprochen?
Mag was essen, reden, lachen,
komm mir nicht mit ernsten Sachen.

Mädchen, willst du hier nicht putzen?
Einfach mal den Besen nutzen?
Mag was ordnen, schlichten, räumen,
komm mir nicht mit deinen Träumen.

Mädchen, willst du mich verführen?
Einfach nur die Körper spüren?
Mag dich kosen, halten, küssen,
aber dich nicht lieben müssen.

Mädchen, willst du hier nicht bleiben?
Einfach so zum Zeitvertreiben?

Du sagst zu allem JA?

Mädchen, wenn ich dir das glaube,
wirst du niemals meine Taube,
bist zu nett und zu gerade,
und das ist dann doch recht fade.
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Montag, 17. November 2008

Das Tier in mir

ludwiga hirschova goes rammstein;-)

Komm, du alte, falsche Schlange,
wälz dich durch den letzten Sand,
tanz mit mir, an meiner Wange,
bring mich außer Rand und Band.

..Refrain
Das Tier in mir,
das Tier in mir
will raus.
Will raus.
WILL RAUS.
Das Tier in mir,
das Tier in mir,
WILL RAUS.

Komm, du kleines, graues Mäuschen,
komm aus deinem blöden Loch,
wirf die Welt aus ihrem Häuschen,
sag die Wahrheit, sag sie doch!

Refrain

Komm du faules, stures Maultier,
hilf mir diesen Karren zieh´n,
dieser Schlamm da ist nur mein Bier,
und von da kann ich nicht flieh´n.

Refrain

Komm, du kluge, zähe Ratte,
wühlst ja doch in jedem Dreck,
alles, was ich einmal hatte,
warf ich zu rasch wieder weg.

Refrain

Komm, du großer, schwarzer Vogel,
gib mir deine dunklen Schwingen,
ich werd dann was andres singen,
vom Glücklichsein
oder so.
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Samstag, 15. November 2008

mir schwant ungeheuerliches

IMG_6663sml-schwan
z.b. ein weiteres kapitel aus der seit neuestem hier äußerst beliebten tiercontent-serie
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Donnerstag, 13. November 2008

hundecontent

hund

ganz ohne hund -
verhundse ich
hundlos
aber hundemüde
die armen und die wilden hunde
trotz ihrer hundeblicke
auf den hund gekommene
hundianer aber auch
hundselendige
hunderte
hunde


was ich aber wirklich habe, steht unter diesem vielsagenden titel: kauf dir einen hund!
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Montag, 10. November 2008

Novembergedicht

eigentlich ist es ja schon älter, aber mir war grad danach, das noch einmal hier her zu stellen.


Nur ein Leben.

Mädchen, will dir Blumen geben
Stürz dich jetzt ins Liebesleben
Reich sie dir mit feuchter Hand
Breche deinen Widerstand
Schau ich hab sie selbst gepflückt
Denn ich bin nach dir verrückt

Braut, ich geb dir gern ein Sträußchen
Komm wir bauen uns ein Häuschen
Denn für unsre starken Hände
Gibt es ganz bestimmt kein Ende
Und wir werden Blumen setzen
Statt einander zu verletzen

Mama, will dir Blumen schenken
Darfst dir meine Verse denken
Halt sie fest mit kleiner Hand
Und ansonsten spiel ich Sand
Schau wie schnell ich größer werde
Dank der guten Pflanzenerde

Schnitt.

Ach, die Hände sind ja ab.
Blumen welken jetzt am Grab.
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Sonntag, 2. November 2008

auch eine einstellung

die eltern vom g. legten ihr haus recht groß an. das sei eine weitverbreitete idiotie in vielen familien, meinte freund m., der architekt einmal trocken: die kinder gehen, die eltern bleiben, geplant würde aber sozusagen immer für den maximalfall einer höchst katholisch aufgefassten lebensführung. und im übrigen seien einfamilienhäuser schlicht die unsozialste wohnform von allen ...
jedenfalls gibt es bei den eltern vom g. ein groß ausgebautes dachgeschoss, auf dass der g. den rest seines lebens ebenda verbringen möge.
als der g. seine erste ernstzunehmende freundin hatte, suchten sich die beiden umgehend eine wohnung.
die mutter vom g. soll ihrem sohn vorher noch angeraten haben, seiner freundin mitzuteilen, dass er im falle einer eintretenden schwangerschaft sofort verschwinden würde.
ich verstehe gar nicht, warum die beiden jungen leute das wunderbare dachgeschoss nicht nützen.
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Donnerstag, 30. Oktober 2008

zug um zug

die kleinste frau, die ich je gesehen habe, kommt den waggon entlang. ich starre sie nicht an, aber ich würde mich freuen, wenn sie sich zu mir setzte. obwohl ich mich wahrscheinlich von mir aus nicht trauen werde, ein gespräch anzufangen. sie geht an meinem abteil vorbei.

ein schulmädchen, das ich auf höchstens 12 schätze, raucht eine zigarette am bahnsteig. ihre freundin ruft später im zug laut einem burschen zu, die sau da möge gefälligst herkommen. weil die ganze gruppe aber viel lachen muss, wirken sie nicht einmal unsympathisch.

zwei nicht modisch gekleidete damen freuen sich, dass marina beruf und berufung vereinen konnte. wir diskutieren über den glauben an gott. ich merke, dass vor allem eine der beiden nicht gerne zuhört, aber die ganze zeit dabei lächelt. später schenken sie mir eine broschüre über natürliche empfängnisverhütung.

ein junger schnösel will sich mit einem älteren kollegen gutstellen. er schlägt ihm montagmorgentliche besprechungen vor, der ältere bleibt freundlich reserviert. später liest er den spiegel.

eine junge frau verstellt den platz zwischen meinen und ihren füßen mit ihrem koffer. zum hinaufheben sei er ihr zu schwer, mein hilfsangebot lehnt sie standhaft ab.

zwei pediküren brauchen eine halbe stunde um sich das jeweilige ausweichen vor gertrud zu schildern. zur gesprächsvermeidung werden sogar kunden extra lang bedient.

ein mann bestellt sich um 10 uhr vormittag ein ottakringer, seine frau lächelt.

ein schaffner blafft einen mitreisenden an, der seinen fahrausweis bereits dem kollegen gezeigt hat und deshalb nicht "von sich aus" ebendas bei ihm wiederholte. um zum zugtelefon zu kommen, rempelt sich ebendieser schaffner dann ohne jegliche entschuldigung durch die aussteigwilligen.

ein schüler lernt geographie. es wäre schlimm, wenn einer nach zwei wochen nicht duschen riecht, sagt die nachbarin nach seinem ausstieg. und dass er seiner gepäckmenge nach sicher aus dem internat komme. und dass sie wisse, dass es dort duschen gibt.

eine langhaarige nicht mehr ganz so junge dame kann sich nicht mehr vorstellen, wieder zu ihrer mutter zu ziehen. dass die schwiegermutter ihre einkäufe aufgrund des gemeinsamen kellers kontrolliert hat, empört sie auch noch jahre später.

ein kleiner hund muss drei stunden in seiner reisetasche sitzen und darf nur den kopf herausstrecken. dabei bellt er nur einmal länger.

ein mädchen steht mit sehr aufmerksamem blick am bahnsteig und plötzlich macht sie ihr beginnendes lächeln geradezu schön.
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hier fehlt was;-)

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