ich war das.
http://pagalakala.wordpress.com/2007/12/03/blogwichteln-gastbeitrag/
und jetzt sag ich mir selber zum dritten mal gute nacht.
la-mamma - 10. Dez, 01:26
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Schon beim Start haben nicht alle die gleichen Chancen, reiner Zufall, wo es dich hin verschlägt. Jeder tut sein Bestes, setzt seine Ressourcen ein, dennoch häuft nicht jeder gleich viel Werte an. Immer müssen die einen zahlen, was die anderen verlangen. Du versuchst alles, um deine Sache gut zu machen, baust dein(e) Häuschen, nimmst Hypotheken auf, wenn du musst, verlässt manchmal sogar den Pfad der Tugend – obwohl du da eigentlich auch gar nicht so schuldig warst. Es wird zur Nervensache, reicht das bisschen Geld, das du hast, noch um über die Runden zu kommen? Warum ziehst nie du das große Los? Wirst immer wieder aus der Bahn geworfen, drei Schritte vorwärts, einer zurück, alle anderen haben mehr Glück als du! Und dann musst du verkaufen, versteigern, damit du überhaupt noch flüssig bleibst, deine Häuser bist du längst wieder los. Andere verlangen Wucherzinsen oder horrende Mieten, aber immer gerade so, dass du nicht völlig aus dem Spiel fliegst. Ihr zieht Bilanz: du hast schon wieder verloren – beim Monopoly;-)
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stellt euch das jetzt einfach hundertmal geschrieben vor.
und ich soll am montag keinen rotwein trinken,
nicht auf den bänken herumtanzen,
keine laute musik hören,
und überhaupt ...
vielleicht ganz praktisch, dass unser unterbewusstsein keine verneinungen kapiert!
ps: die
"emotionale rock und showband" wird übrigens immer besser. das urprüngliche dreieinhalb-lieder-repertoire ist ganz schön angewachsen, das publikum erfreulicherweise auch ...
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„Nie krieg ich eine Überraschungsparty“, beklagte sich meine kleine Schwester vor vier Wochen, „einmal hätt´ ich das gern so, wie in den amerikanischen Filmen, wo sie dann alle die Ahnungslosen bejubeln!“ Gleich darauf bewies sie mir, dass sie sich meine Ausführungen zum Thema „Unmögliche Appelle“ (an und für sich einem Spezialgebiet meiner Mutter) wohl gemerkt hatte: „Und jetzt geht es auch nicht mehr, denn jetzt hab ich es mir ja gewünscht!“ Ich reagierte darauf mit Schweigen. Und mit einer naheliegenden Idee.
*
Einen Monat, etliche Verschwörungstreffen mit ihrer besten Freundin, einige Internet- und sonstige Recherchen an ungefähr bekannten Arbeitsplätzen, sowie einige Telefonate später, war es heute so weit: Acht Frauen, die alle kein Sterbenswörtchen im Vorfeld verlauten hatten lassen, begrüßten sie - eine Woche vorm zu feiernden Runden - zum Frühstück. Am liebsten stellte ich ein Bild von ihr mit ihren Freudentränen da herein, dafür ist sie aber wiederum zu vielen Leuten bekannt, und das fände ich irgendwie zu indiskret. Jedenfalls war es ein voller Erfolg, wir saßen alle noch lange in die Nachmittagsstunden hinein, und ich freute mich für sie.
Freute mich darüber, dass sie solche Freundinnen hat, wie sie hat, Freundinnen, die sich für einen Brunch in den Zug setzen, die ihre Kleinkinder versorgen lassen können, die ihr wunderbare Gedichte schreiben, die allesamt selber starke Frauen sind, und die ihr einfach auch die richtigen Worte sagen können.
Und jetzt halt ich mir vor Augen, was ich alles hab, was sie nicht hat, denn das hilft gegen den kleinen traurigen Anfall, den ich gerade wegen der mir abhanden gekommenen drei Freundinnen habe. Vor fünf Jahren hätte ich das so nicht gedacht, da fühlte ich mich - genau wie meine kleine Schwester - in ein Netz aus Freundschaften eingebettet. Vielleicht waren es nicht so viele, aber enge – dachte ich jedenfalls.
Als erstes verabschiedete sich die C. . Leise eigentlich und ein wenig traurig. Ihre neue Freundin mag es nicht, wenn sie alte Freundschaften weiter pflegt. Ich verstehe es irgendwie, es tut mir nur so leid, dass sie aus dieser seltsamen Abhängigkeit nicht heraus kommen kann oder will. Und ich bin keinesfalls eine sexuelle Konkurrenz, aber darum geht es bei Eifersucht ja ohnedies meistens nicht, oder? Anfang des Jahres trafen wir einander das letzte Mal bei ihr, und ich merkte, wie schwer es für die C. ist, es dauernd allen Recht zu machen. Das ist so tief in ihr drinnen, das macht natürlich auch einen Teil ihres Wesens aus, aber dass ausgerechnet eine andere Frau damit fast naturgemäß zum ärgsten Macho wird, der mir einfällt, steht auf einem anderen Blatt.
Die nächste war die J. Da ist mir die Einsicht, dass ich mir seit dreißig Jahren zu viel erwartet habe, auch nicht gerade leicht gefallen. Ihrem neuen Freund sei mein neuer Freund als Gesellschaft eher nicht zuzumuten, bekannte sie recht ehrlich. Für ihre Tochter ist mein Sohn anscheinend auch nicht der richtige Umgang, deshalb zöge sie Treffen zu zweit vor. Ich bin so schwer von Begriff, dass ich erst nach etlichen Verschiebungen im Vorfeld und als sie dann nicht zum ersten Mal nur eine halbe Stunde Zeit hatte, endlich die Konsequenzen zog, und fragte, was denn eigentlich los sei. Denn wir hatten uns eigentlich immer eher zu zweit getroffen.
Als letzte verlor ich die M.. An eine Krankheit eigentlich, obwohl ihr Hirnschlag zwei Jahre her ist. Vielleicht liest sie ja noch manchmal da mit, vorstellen kann ich es mir eher nicht. Die fehlt mir am meisten, und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die M. von früher oder die spätere meine. Die von früher gibt es schlicht nicht mehr, damit hatte ich mich eigentlich abgefunden. Der neuen ging es nie wirklich gut, weder mit sich selbst noch mit mir. Ich sei ihr zu oberflächlich, der Vorwurf tat mir ziemlich weh. Sie verstehe nicht, wie ich das so und jenes so machen hätte können, und deshalb könne sie nicht mehr meine Freundin sein. An die M. denke ich am häufigsten, wenn ich eine ganz bestimmte Freundin bräuchte, eine, die mir den Kopf wieder gerade rückt, eine, die sich nicht blenden lässt, eine, die mir nichts schönredet, eine, die immer alles ausspricht, was sie sagen will, und eine, die ich – obwohl oder gerade weil sie so mühsam sein kann – sehr mag.
Das heißt nicht, dass ich jetzt gar keine wirklichen Freundinnen mehr habe, ganz im Gegenteil.
Aber ein bisschen Vakuum ist schon da.
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Her mit der wirklich strunzdummen Technik!
Damit hat der Techniker von der Kopiererfirma nicht gerechnet: Gerade eben noch hat er uns von dem neuen, noch viel intelligenteren Kopierermodell vorgeschwärmt, das er uns gerade auf Leasingbasis in die Redaktionsräume transportiert. Jetzt baumelt er kopfüber aus dem Fenster.
Wir haben nämlich schon einen intelligenten Kopierer.
Dank eines hochentwickelten Algorithmus ist der intelligente Kopierer in der Lage, die geheimen Wünsche und Bedürfnisse des Kopierenden vorherzusehen und entsprechend zu handeln. Er tut nicht etwa das, was der Benutzer ihm sagt, sondern seiner Meinung nach eigentlich sagen wollte, also zum Beispiel von A4 nach A3 vergrößern. Ob man will oder nicht.
Das Phänomen kennen wir auch von Word: Da kann es leicht mal passieren, dass ich einen Molekularbiologie-Artikel abliefere, in dem zwar keine DNA vorkommt, aber dank der hilfsbereiten Autokorrektur haufenweise DANN. Die Autokorrektur kann man wenigstens ausschalten, glücklicherweise.
Es ist ein heiliger Glaubenssatz von Ingenieuren und Softwareentwicklern, dass der durchschnittliche Benutzer zur Bedienung von technischen Geräten aus verschiedenen Gründen vollständig unfähig ist. Deswegen gibt es intelligente Technik. Um uns den Alltag zu erleichtern.
Sie fragt zum Beispiel bei jeder zweiten Mausklick, ob nicht vielleicht doch nur die Hand nervös gezuckt hat. Das kommt ja manchmal vor. Und die zwei Millionen mehr oder weniger ähnlichen Einträge, die die Suchmaschine zusätzlich zum gesuchten Begriff ausspuckt, hätten wir schließlich auch meinen können.
Der Kopierer wiederum antizipiert die altersbedingte Sehschwäche, indem er alle Dokumente ohne Umschweife auf seniorenfreundliches Maß vergrößert. Nicht nur das, der intelligente Kopierer weiß natürlich, dass Tattergreise manchmal unkoordiniert irgendwelche Knöpfe drücken. Deswegen kann man zwar beliebig irgendwelche Einstellungen ändern – ob sich dadurch was ändert, entscheidet allein das Gerät. Meistens nicht.
Die Kollegen haben im Laufe der Zeit raffinierte Strategien entwickelt, die Höllenmaschine zu täuschen. Man müsse, wenn man eine A4-Seite einfach 1:1 kopiert haben will, ein geeignetes Stück Papier auf die andere Seite der Fotoscheibe legen, sonst bekomme man immer eine Vergrößerung, raunte mir unsere Chefin vom Dienst kürzlich verschwörerisch zu. Aber es müsse genau an der richtigen Stelle liegen, das sei der Trick.
Auf die Dauer aber kann der Mensch das Duell mit der Maschine nicht gewinnen. Deswegen konzentrieren wir uns auf das schwächste Glied in der Technologiekette, nämlich den Kerl, der uns die Geräte least. Menschen, auch sehr intelligente, haben gegenüber Maschinen nämlich einen großen Vorteil: Sie haben einen Selbsterhaltungsinstinkt.
Wir bekommen jetzt den dümmsten Kopierer, den er im Lager hat. Das hat er uns hoch und heilig versprochen.
da sag ich nur mehr:
danke dem/der unbekannte/n schreiber/in und danke an den herrn hollemann fürs ausliefern!
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aus dem "archiv" hervorgekramt
Bei mir hängt ein großes, großes Plakat an der Wand, an dem die wichtigsten Regel zusammengefasst sind. Wie gut die sind, ist mir erst heute klar geworden:
Beistriche:
Grundsatz: Mehr Freiheit.
... Ja wenn es mir sogar die Muttersprache vorschreibt! Pack ich doch gleich meine Koffer und ab auf die Insel! Oder nehm mir mal ausnahmsweise kein Blättchen vor die Schnute. Oder frag mich, ob etwa die Steuererklärung gemeint war...
die Beispiele:
Du kommst heim (,) ohne Lärm zu machen.
Ein sehr frommer Wunsch. Wirfst deine Schuhe schon mal nicht quer durchs Zimmer, fragst mich nicht, was ich da schon wieder treibe, jammerst nicht, dass ich nichts gekocht hab, also wirklich, du darfst so mit und ohne Beistrich kommen. Und falls du stille Beschäftigung suchst,
rat ich dir an:
Schmunzelnd und vor Vergnügen zitternd (,) las er die Presse.
Muss das handliche Format sein, dass das Rascheln zum seitlichen Frohlocken werden lässt.
*
Auch sehr aufschlussreich:
getrennt-zusammen
Grundsatz: Mehr getrennt als früher.
Dem Boom zum Singlehaushalt wird Rechnung getragen. Wie das genau geht, sagen
die Beispiele:
spazieren gehe(n)/gegangen
verloren gehen
sitzen bleiben
stehen lassen
kennen lernen
...
So einfach geht das! Ein dacapo des Lebens! Und umgekehrt auch verwendbar. Falls ihr aber noch immer nicht wisst, wovon hier die Rede ist,
noch mehr Beispiele:
da sein
auf sein
beisammen sein
Falls das irgendwann fad wird, Vorschläge für alle Müsli-gleicher-Jogginganzug-Fans - getarnt als Beispiele
Rad fahren
Eis laufen
Und zurück auf den Boden der Realität, wo das Eis dicker ist, und DIE Frage reicht :
wie viel?
*
Ich kann mich von dem Plakat gar nicht trennen, aber manchmal muss man halt was trennen, drum will ich euch
Abteilen
Grundsatz Trenne, wie du sprichst
auch nicht vorenthalten
die Poesie oder die Tragik von
Zu-cker
Stre-cke
lo-cker
tro-cken
ni-cken
erkennt doch jeder Hengst und jede Stute, und mir darf man auch Honig ums Mäulchen schmieren, mich zur Strecke bringen, auf dass ich ein bisschen lockerer werde, und zu jedem trockenen Einwurf ein Nickerchen mach.
Aber schön eins nach dem andren, trenne, wie du sprichst!
Die neue Rechtschreibung diskriminiert selbstverständlich auch keines der Geschlechter diesbezüglich verweise ich nur auf
3 gleiche Buchstaben
Grundsatz : Alle Buchstaben bleiben erhalten.
Fussballländerspiel
Baletttänzerin
*
Gross wollte ich auch nie werden, und jetzt weiß ich warum:
GROSS-klein
Grundsatz: Mehr groß als früher
Die Beispiele:
Angst machen
Acht geben
Recht haben/bekommen
Leid tun
Das kanns ja nicht sein, weg ist die Unbefangenheit, dauernd auf Nummer sicher gehen, und alles besser wissen, also wirklich, ich tu mir Leid, ehrlich!!
Und dann auch noch die Schlangenlaute, die sich da festsetzen, ts, ts. ts:
ss-ß
dass
muss, musste
wusste, gewusst
bewusst
lässt
isst
küsst
passt
vergisst
Fluss
blass
nass
Stress
Schloss, schloss
hässlich
Missverständnis
(ein) bisschen
Muss ich da noch was sagen???
Aber wie früher:
fleißig
außerdem
Noch ein paar Tipps gefällig?
Eure überschwängliche!
la-mamma - 30. Nov, 07:42
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kann es durchaus sein, dass da drinnen ein bisschen was verschmort. so geschehen am letzten welttoilettentag, womit die kleine pause hier viel seriöser als mit allfälligen besuchen von herrn manson in der stadthalle, feuchtfröhlichen projektabschlussfeiern und sonstigen lang nachwirkenden essenseinladungen jedenfalls hinreichend erklärt sei...
*
ps: die neue usb-karte hat gerade einmal das biblische alter von drei wochen erreicht. schon schlimm, diese schnelllebigkeit. und hab ich schon mal erwähnt, dass ich ein fan der neuen rechtschreibung bin?;-)
la-mamma - 29. Nov, 21:41
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sabrina spielt klavier. sie tut das ganz ausgezeichnet, sie tut das jeden tag. sabrina fing an klavier zu spielen, als sie sechs wurde, das ist nun dreizehn jahre her. sie spielte nach drei monaten besser klavier als ihre des öfteren herumstümpernde mutter. sie spielte nach sechs monaten besser, als ich es nach vier jahren konnte. sabrina spielt klavier. manchmal auch in der früh. sabrina spielt klavier. meistens so ein bis zwei, manchmal aber auch drei stunden. ich habe sie nie mit einer freundin gesehen, sie spielte nie mit den kindern im haus. sabrina spielt klavier. ihre eltern sind sehr stolz auf sie, schließlich war es ihrer eigenen aussage nach schon recht anstrengend, ein wunderkind großzuziehen. diese aussage konnten sie schon treffen, als sabrina vier jahre alt war. sabrina spielt klavier. sie war natürlich auch eine vorzugsschülerin und eine ausgezeichnete schwimmerin. jetzt wo die schule vorbei ist, ist sie offensichtlich mehr zu hause und spielt und spielt und spielt. ich nehme an, sie spielt mittlerweile auch in irgendwelchen konzerthallen. eine einladung hat sie mir allerdings noch nie überreicht. wozu auch? sabrina spielt fast immer etwas klassisches. sabrina spielt klavier. unter mir.
la-mamma - 25. Nov, 20:17
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