Freitag, 21. Juli 2006

Wie man billigst verreist ...

Wenn mein Schnucki und ich einer dem anderen denselben Zeitungsartikel mit heim nehmen, dann könnte die Sache von Bedeutung sein. "Schau dir das an – das ist ja unglaublich", – "Putzi, ich hab uns schon registriert!" Über 100.000 Mitglieder sprechen ja eine deutliche Sprache. Bisher wollte ich zwar noch nie nach Eritrea fahren, aber bei den Einträgen aus Mauritius werde ich jedes Mal schwach.
Da warten also 100.000 Menschen in der ganzen Welt auf mich, öffnen mir Ihre Wohn-, Schlaf- und Badezimmer und ich kann das alles gratis benutzen. Unmerkliche Gegenleistung, zu der ich aber nicht verpflichtet bin: Bei uns gehen seit einem Jahr auch die Gäste aus und ein. Wien scheint ein recht beliebtes Ziel zu sein.
Zunächst waren wir also immer die Gastgeber – für Australier, Japaner, Chinesen, Malaien, Türken, Deutsche, Südkoreaner, Franzosen und Kanadier (bis jetzt). Ich habe eine Menge gelernt: Dass manche Namen für mich unaussprechlich bleiben, was nach drei Tagen ein bisschen peinlich ist, dass ein ordentliches japanisches Essen quasi abendfüllend in Zubereitung und Verzehr ist, dass die Musikliebe mancher unglaublich ist (5 Konzerte in 5 Tagen), dass Demonstrationen anderswo weniger friedlich verlaufen als bei uns, dass man sich 40 Länder in drei Wochen ansehen kann (oder zumindest da war), dass zu manchen Gästen mein Zwerg mit seinen 11 Jahren und großem Interesse an Videospielen einfach den besseren Zugang hat und dass französisches Englisch nur bei sehr genauem Zuhören überhaupt als Englisch erkennbar wird.
Nach so viel Erfahrung drehten wir endlich einmal den Spieß um, und vorsichtshalber begannen wir mit unseren Nachbarn. Irgendwie hab ich jetzt ein ganz anderes Bild von Deutschland bekommen – hier mein selbst erfahrener Querschnitt:
In Lüneburg wohnen hauptsächlich Studenten, dort sind die Cafes billig und die Häuser alle gleich. Ok – eines hatte blaue Ziegel, aber das war es dann auch schon. In Hamburg geht man am einfachsten gleich im Hafen baden, das würde mir daheim nie einfallen, aber bei der sonstigen gegebenen Sauberkeit vertraute ich einfach auf die Kläranlagen. In Leipzig waren die Leute am unfreundlichsten, keine Ahnung, weshalb. Während es gleich danach in Dresden definitiv das beste Abendessen gab, das hat uns ein syrischer Einwanderer zubereitet. Halb Berlin besteht aus behübschten Plattenbauten, da war ich vielleicht auf der falschen Seite der Stadt. Obwohl – Blödsinn, wir waren dort bestens untergebracht, und selbst wenn die U-Bahn nicht gerade wegen Überschwemmung ausfällt, scheint dort alles ein wenig weit auseinander zu liegen. Ein paar Baulücken verstärken diesen Eindruck noch leicht. In Bamberg wiederum wohnen etliche mehr "Alternative" – aber auch in solchen Haushalten darf der Eierschalensollbruchstellenverursacher nicht fehlen! Und alle, wirklich alle, bei denen wir da so logierten, waren unheimlich nett, hilfsbereit, unkompliziert und großzügig. Und das meine ich jetzt ganz und gar nicht satirisch.

Wer´s mir nicht glaubt: www.hospitalityclub.org
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Dienstag, 11. Juli 2006

iM norden ...

im-norden
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Montag, 10. Juli 2006

Fußball - die letzte ...

„Mami, findest du 245 Euro für eine Woche Vollpension mit Rund-Um-Die-Uhr-Betreuung und Badesee teuer?“
„Nein, mein Kind, warum?“
„Kannst ich dann dahin fahren?“
„Wohin mein Kind?“
„Na auf das Mickey-Mouse-Camp!“
„Auf wos?“
In Stresssituationen spreche ich nicht mehr reines Hochdeutsch.
„Auf das Mickey-Mouse-Camp – da schau her, ich zeig´s dir – da ist das Fort Entenhausen, da sind die Zeltplätze, da kriegen wir was zu essen und daneben ist der Badesee! Und ich bin ein Fähnchen Fieselschweif! Mami, bitte, Mami, da will ich hin!“
„Du willst also zu den Pfadfindern???“
„Nein, ich will dahin!“
„Das ist doch dasselbe!“
„Nein, das ist ganz was anderes! Schau dir den Folder einmal an!“
Und das tat ich dann auch Mitte Jänner.
„Kind, das ist ja in der Lüneburger Heide!“
„Na und?“
„Das ist fast 1000 km entfernt!“
„Na und? Außerdem kriegen wir noch den Frühbucherbonus!“
„Mhm“.
Zwei Wochen später.
Vom Flughafen abholen gehe leider nicht. Vom Hamburger Bahnhof abholen genauso wenig. Nicht am Samstag ankommen sei ganz unpädagogisch, da hätte das arme Kind ja überhaupt keine Integrationsmöglichkeit mehr. In einer deutschen Stadt in einen der Zubringerbusse steigen gehe schon. Wien ist aber nur eine deutschsprachige. Deshalb bekommen die Kinder ja bei uns auch dieselben Mickey-Mouse-Hefte mit denselben Werbefoldern.
Ein Monat später.
Na ja, dann schauen wir uns halt währenddessen Deutschland an, da kennen wir eh nicht viel davon. Das Camp findet den ganzen Sommer lang statt. Also – ich wähle eine mir geeignet erscheinende Woche nach folgenden Kriterien: Im August gibt es schon zwei fix gebuchte Urlaubswochen. Der mir Zugetane will auch eher Juli – das war seine ganze Einschränkung. Ich betrachte die Abfahrtszeiten aller Zubringerbusse aus den großen deutschen Städten und schließe messerscharf, dass Anfang Juli bei weitem nicht alle deutschen Bundesländer Schulferien haben. Deshalb könnte da ja besonders wenig Verkehr sein. Vielleicht ist das Camp da ja auch nicht so voll. Und ich melde den Pfadfinder in spe an: 1. bis 8.7.2006.
Soll ja Leute geben, die sich für Sport interessieren. Tu ich durchaus auch manchmal, und immer nach dem Motto „it is something you do, not watch!“ Fussball hab ich noch nie aktiv betrieben ….
Und dann das! Wir! In Deutschland! Letzte Woche. Unvermeidlich, unausweichlich, unbeschreiblich (eigentlich).
Beim Planen: Noch nie habe ich drei Monate zuvor bei jedem Match gewusst, wo es NICHT stattfinden wird. So legten wir optimistisch die Route fest.
Beim Einpacken: Das Brasilien-T-Shirt, das Italien-T-Shirt, das Spanien-T-Shirt.
„Bist du sicher, dass du diese Leiberln* dorthin mitnehmen willst?“
„Natürlich, ist doch WM!“
„Kind, das weiß ich mittlerweile auch recht gut, aber bist du sicher, dass du die anziehen willst?“
„Jetzt gib sie schon her!“
Beim Herumfahren: Fanfest in Hamburg. Viertelfinale in Dresden zugesehen. Fanmeile in Berlin. Fünfmal kontrolliert worden. Alle Sehenswürdigkeiten hinter weißen Wänden versteckt. Oder überdimensionalen Fußbällen. Fans, Fans, Fans. Manchmal konnten wir nicht schlafen, weil so viel gefeiert wurde. Ernsthaft überlegt, ob ich auch eine Fahne zur Tarnung ans Auto stecken sollte. Beim Zurückfahren kleines Finale mit Freunden in Bamberg angesehen. Tatsächlich ein bisschen mitgefreut.
Beim Abholen hat mein Kleiner am Samstag leider seine im Workshop „Fan-Artikel-Basteln“ selbst erstellte Flagge vergessen. War die französische. Mutig ist er irgendwie schon.


* Leiberln ist eigentlich hochdeutsch. Die Bedeutung sollte aus dem Zusammenhang kenntlich sein. Und die Zierregel hättet ihr Deutsche auch nie ernst nehmen dürfen, es heißt Saxen und Sex. Wir denken dabei übrigens immer nur an die Zahl.
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Donnerstag, 13. April 2006

was für ein unterschied ...

herakles1

herakles

camille claudel, die sich selbst darstellt - nachdem sie ihr kind verloren hat, ihr geliebter nichts mehr von ihr wissen will und kurz bevor sie wahnsinnig wird

vs. ?



ps: paris war toll;-)
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Samstag, 18. März 2006

technikgenies unter sich

"ich will endlich VoIP telefonieren!"
H. erklärt sich desinteressiert - vor zwanzig Jahren hätt er sich vielleicht zwei Nächte wegen so einem Blödsinn um die Ohren geschlagen, aber jetzt - wer bräuchte überhaupt zu telefonieren? Eigentlich tue ich das doch auch recht ungern - also was?
Aber ich muss die Handyrechnungen vom A. auch bezahlen - und es zeichnet sich ab, sie werden steigen!
Außerdem kennen wir doch überhaupt niemanden, der das hätte, und die Qualität sei doch auch noch sehr fraglich. Nein, sage ich, wenn mich der B. aus Gran Canaria anruft, höre ich ihn glasklar. (Allerdings ruft der dann auf meinem Telefon an, aber wie auch immer.)
Selbst ist die Frau - einmal Downloaden, scheint wirklich einfach zu sein. Und am Montag geh ich zum Hofer und kauf mir ein Headset!
Eine Stunde später: Schau mal auf die Drums. Wieso? Na, schau hin, was hängt da? JA - da hängen Kopfhörer, und? Na, das müsste doch gehen ..
Mama, ich mach das! Oh je - aber ok, A. macht´s. Und wen ruf ich jetzt an? Den ersten , einzigen, der extra darum gebeten hat natürlich.
Immerhin hab ich seine Stimme gehört. Er meine aber nicht ...
Fortsetzung folgt. Vielleicht.
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Mittwoch, 15. März 2006

gott ist ein popstar

steht ganz groß auf unserem soeben gewonnenen t-shirt -
und alle oomphs haben die autogrammkarten von a. freundlichst unterschrieben. den song haben wir jetzt in drei (re)mixversionen daheim, das original hab ich leider nimmer gehört, weil da sind wir wegen großer müdigkeit vorher heimgegangen;-)
ABER: ich hab jetzt schon das ungute gefühl, dass die neue cd schlechter als die vorgänger ist - oder ich mag keine remixereien.
außerdem hätt sogar ich das vaterunser besser umgedichtet ...
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Sonntag, 12. März 2006

apropos jetlag

Montag, 13 Uhr:
A ruft an: Hallo Mama, wir sind gut gelandet, mir gehts gut, aber ich sag dir gleich - ich kann morgen nicht in die Schule gehen, ich hab fürchterlich Jetlag.
Ich schließe meine freudige Begrüßung damit, dass er erst einmal heimkommen solle, und morgen sei ja ein neuer Tag und zwar ein Schultag ...
Mo, 16.45 Überbringung durch seinen Vater - wir trinken einmal Kaffee.
Ich: Hast du ihm erlaubt, dass er morgen daheim bleibt?
Mein Ex: Natürlich nicht!
Mo, 17 Uhr
A: Kann ich einen Freund besuchen?
Ich: Hast du gar keine Aufgabe über die Ferien gehabt?
A: Nein.
Und weg ist er.
Mo, 19 Uhr beim Abendessen
Ich: Hast du wirklich keine Aufgabe gehabt?
A: Nein, wirklich nicht, kann ich Fernsehen?
Mo, 21 Uhr.
Ich: Willst du dich nicht ins Bett legen?
A: Mama, ich hab JETLAG! Kannst du mir nicht was ins Mitteilungsheft schreiben?
Ich schreibe: Sehr geehrter Missjöh xy, A. bitte entschuldigen Sie, wenn A. in den Vormittagsstunden noch ein bisschen müde ist, er ist erst gestern von Florida zurückgekommen.
Mo 21.30
A: Ich bin überhaupt nicht müde.
Mo 22:00
A: Ich bin immer noch überhaupt nicht müde.
Ich: Aber ich! Außerdem gibt es jetzt nichts mehr, was sich auch nur irgendwie für dich eignet im Fernsehen - also - Pyjama, Zähneputzen - leg dich einmal ins Bett!
Mo 22: 10
A: Ich kann nicht schlafen!
Ich: Dann denk dir halt, dass du dich ausruhst, das hilft auch!
A: Wie meinst du das?
Ich: Bitte A., ich dreh jetzt das Licht ab ...
Mo 23:00:
A: Ich kann immer noch nicht schlafen!
Ich nehm ihn mit ins große Bett, ich drehe ALLE Lichter ab.
Ich: A., warum weinst du so?
A: Weil ich nicht schlafen kann!
Ich: Das ist doch kein Grund zum Weinen!
A heult weiter.
Ich: Wenn du so heulst, kann ich auch nicht schlafen!
23:10:
Ich: Bitte A., hör auf zu weinen! Dann schläfst du halt nicht, bitte ...
23.15:
A: Mama, es ist nicht, weil ich nicht schlafen kann. Schluchz - das heißt - eigentlich schon, weil ich dachte,-schluchz- wenn ich morgen früh genug aufstehe, kann ich die Aufgabe machen,- schluchz - weil ich hab nämlich doch eine - schluchz - und jetzt kann ich nicht schlafen, und morgen kann ich deshalb dann nicht aufstehen!
Ich: Wie oft hab ich dich heute nach der Aufgabe gefragt??? Und wie wär´s wenn du sie einfach jetzt machst?
A. rennt fröhlich hinaus und fängt mit seinen Schulsachen zu hantieren nach.
Ich rufe ihm nach: Französisch- oder Deutschaufgabe?
A: Beides.
*
Also - der Jetlag kann einen schon relativ ... . UMHAUEN heutzutage!
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Samstag, 11. März 2006

willkommen in der welt des schmerzes

ich hab´s g´wusst - ich hätt zu christian und michael gehen sollen http://schmafu.twoday.net/20060307 ;-)
mitwoch: mir wird ein zahn gerissen
donnerstag: ich hab zahnweh.
ich find einen besch... fehler
freitag: ich hab noch mehr zahnweh.
der fehler lässt sich nicht so leicht korrigieren.
samstag: ich hau mir einen fensterflügel gegen die schläfe.
das zahnweh ist marginal dagegen ...
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hier fehlt was;-)

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