Mittwoch, 9. Juli 2008

"my teheran" would be hell,

schrieb uns ein Unbekannter ins Gästebuch - und nach ein paar Tagen Distanz in einer der schönsten Landschaften mit der bestmöglich atembaren Luft - denke ich immer noch daran, ob und in welchem Ausmaß ich ihm widersprechen soll ...

1.

Die Ankunft

Fliegen fühlt sich immer gleich für mich an, speziell in der Nacht. Ich nicke ein und als ich aufwache, sehe ich noch den letzten Teil vom Film, es muss Bollywood sein, ungefähr 20 Bräute in in 20 verschiedenen Brautkleidern strahlen mich an.
Beim Landeanflug fangen alle Frauen im Flieger an, sich irgendwas irgendiwe am Kopf zu befestigen. Ich merke, wie mir mein Tuch dauernd runterrutscht, die Sicherheitsnadeln hab ich natürlich irgendwo. Nach dem ganzen Stress mit den Visa, und der glaubwürdigen Versicherung eines mit mir in der Schnellbahn anreisenden Polizisten, dass sie (also die Polizei) ungefähr jeden zweiten Tag auf der iranischen Botschaft einen Einsatz hätten, und diese Schwierigkeiten eher systematisch seien, kann ich mittlerweile wieder blödeln: ob sie mich so unmanierlich überhaupt einreisen lassen?
Sie tun´s, wenn auch nach sehr ausführlicher Kontrolle jedes einzelnen Passes. "Be careful", raunte mir der Mann hinter mir noch zu - und schon waren wir abgeholt und endlich - um vier Uhr morgens mit zweieinhalb Stunden "Zeitverlust" da.
Ich bekomme nicht viel mit von den Erklärungen unseres Fahrers in gebrochenem Englisch, als erstes sehen wir hell erleuchtet Khomeinis Grab. Da sei immer jemand, viele Leute, es sei eine große Attraktion. Mindestens so aufregend finde ich unsere Spurwechsel und die zahlreichen Autos, die bei uns wohl schon vor 20 Jahren kein Pickerl mehr bekommen hätten.
Nach einer kurzen Erklärung der uns überlassenen sieben Schlüssel - einer für die Garage, einer für die Tür bei der Stiege, einer für die Küche, einer für die Bibliothek, einer fürs Zimmer und zwei bis zum Schluss rätselhafte fallen wir in tiefen Schlaf.
Vielleicht sollte ich das erklären: Wir wohnen im "Österreichischen Kulturforum". Was das genau ist, wusste ich vorher nicht so recht.
Uns präsentiert es sich hauptsächlich als eine Art Sprachschule - wir frühstücken also im Lehrerteekammerl, und schlafen hinter der Bibliothek - etwas das mich wirklich begeistert, denn das wird der erste Urlaub meines Lebens werden, in dem mir die Bücher unmöglich ausgehen können.
-------

ich weiß, dass dieser beitrag eigentlich noch gar nix mit persien zu tun hat, aber fünf tage metalcamp scheinen erst durch einen harten arbeitstag ausgeglichen werden zu müssen.
in diesem sinne: fortsetzung folgt, und alles auf einmal wär eh zu viel.
ich berichte einfach blogmäßig weiter;-)
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Mittwoch, 2. Juli 2008

wieder da -

wegen einer durchwachten nacht - abflugzeit 4 uhr früh und dann zweieinhalb stunden "gewinn" - und jetzt ziemlich dröhnender kopfschmerzen verordne ich mir heute im wesentlichen computerabstinenz, obwohl die 33 handgeschriebenen seiten theoretisch schon recht laut nach chronologischer oder literarischer aufbereitung, kürzung, illustration und mitteilung schreien ... (und meine eigenen schrift entziffern muss ich dafür irgendwie auch).
*
jedenfalls geht´s uns gut und da wir noch diese woche nach slowenien fahren, bitte ich um ein wenig geduld - ich verspreche, ich mach den bericht, so schön ich kann! aber nicht heute;-)
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Mittwoch, 18. Juni 2008

koffer gepackt;-)

"you will feel as comfortable as all the women here", schrieb mir die s. aus teheran, und sie wird wissen, wovon sie spricht.
zwei lange röcke, drei lange hosen, drei irgendwas-zwischen-mantel-und-jacke, und alle tücher, die sich in 42 jahren in meiner lade angesammelt haben und die nicht zu klein, zu warm und/oder zu durchsichtig sind. bei 40 grad im schatten, wohlgemerkt. und sicherheitsnadeln, damit das alles ja auch noch fest zu gemacht werden kann.
währende der h. nur ein paar t-shirts ohne band-logo braucht. aber die hat er sich auch extra kaufen müssen;-)
*
ich freu mich schon auf den nächsten fkk-urlaub. aber jetzt echt!
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Montag, 16. Juni 2008

zur abwechslung ein literarisches rätsel

in der sportlichen variante ohne kommentarlesen zu beginnen;-)


weil ich mich grad durch die ersten fünfzig seiten gequält habe:

ich mag den autor im moment nicht. der beste freund von leo kaplan mag ihn auch nicht. manche der bücher des autors fand ich besser als das, das ich gerade lese. manche fand ich auch deutlich zu lang.

herrn kaplans erfinder bringt bei seinem alter ego mehr ironie auf, der hier gesuchte autor scheint mir weitgehend ironiefrei, dafür ein wenig eitel. das immer wiederkehrende thema seiner bücher ist allerdings auch kein schönes oder leichtes.

auf seite fünfzig ist der direktor des berühmten wiener hotels ende des zwanzigsten jahrhunderts ein rothaariger mit wiener schmelz, obwohl doch eigentlich zum erscheinungsdatum des buches schon seit 11 jahren die witwe die geschäfte geführt hat.

sollte die fiktive handlung in der handlung irgendwann nach der seite fünfzig beginnen - laut klappentext tut sie das auch -, weiß ich jetzt schon, dass ich sie mit "making history" vergleichen werde müssen. obwohl dort eigentlich geradezu das gegenteil fingiert wird. zumindest laut klappentext;-)
also : wer ist der autor? und welches buch lese ich gerade?
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Samstag, 14. Juni 2008

vor den ferien und weil ich es versprochen habe

http://lamamma.twoday.net/stories/2411032/

seit fast drei jahren sind wir jetzt mitglied im hospitality-club - und ich muss sagen, die idee begeistert mich noch immer!
drum zeit für ein update:
mittlerweile sind es 300.000 mitglieder weltweit. supergastfreundschaft in deutschland grad erst voriges wochenende und von einem kanadier in amsterdam. nächste woche wiedersehen in slowenien. hin- und herbesuche mit paris. unheimlich liebe gäste aus polen, die extrem gut kochen konnten. wiedersehen mit früheren gästen - kennenlernen von einer menge neuen. ein potpourri von der hundezüchterin aus amerika, der linguistikstundetin aus hongkong, dem finanzberater aus griechenland, zum abenteurer aus afghanistan, der archäologin aus persien, rumänen, belgiern, spaniern, chinesen, russen, kanadiern, und was weiß ich noch alles, von einzelpersonen, freundesgruppen, pärchen, familien, alleinerzieherinnen mit kind, jungen leuten, mitteljungen und jung gebliebenen (die anfrage einer achzigjährigen pensionierten lehrerin aus florida mussten wir leider ablehnen, da waren wir nicht in wien, die hätt ich auch gern kennen gelernt).

ps: in diesem sinne nochmal: http://www.hospitalityclub.org - dort´n warat´s zum registrieren, frau sternenstaub;-)

pps: und wie andernorts (aber ich bin heute ganz schlecht im verlinken am mac) schon mehrfach nachzulesen war: frau testsiegerin kann außer sehr schön schreiben auch sehr schön lesen. ihre eine freundin kann sehr schön singen. ihre andere freundin kann sehr schon schmücken. und ich freu mich auch, dass ich dort sein durfte. und das nächste mal hab ich einen "baby-sitter", denn gern bin ich nicht so zeitlich gegangen!
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Dienstag, 10. Juni 2008

this and that

http://www.kultur-channel.at/3raum-anatomietheater-der-zwoelfte-mann-ist-eine-frau/
hat heute premiere - und die beiden göttinnen petra und lilly spielen mit und ich bin viel zu k.o., um es heute dahin zu schaffen ... aber es gibt noch mehr termine!
am meisten hat mich ja soeben nicht die tennisstunde mit a., sondern die firma geschafft, vielleicht sollte ich die anstrengendsten dinge nicht unmittelbar nach drei tagen rock im park und einer woche messe mit ebenfalls ziemlich mühsamer tages- und nicht zu kurzer abendgestaltung anpacken ...
und viel zeit bis persien bleibt auch nicht mehr, wenn ich mir das so recht überlege ...
die ankündigungsplakate für die ausstellung finde ich schon einmal sehr schön, wir können zwar verhältnismäßig wenig lesen, aber sobald der h. wieder hier ist, stell ich eines da herein, und ihr seid alle herzlichst willkommen;-)
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Samstag, 31. Mai 2008

graz ist auch nicht schlecht;)

irgendwie gemütlich, vor allem bei so schönem wetter ...
weiter geht es nach klagenfurt und nach villach und nach nürnberg und nach teheran und nach tolmin, wobei ich nach jeweiliger ankunft hoffentlich alle gewandungsprobleme (was zieh ich bei meinem nächsten vortrag an, mit welchen schuhen halt ich drei messetage durch, wo sind meine metal-verkleidungen, wie verhüll ich mich am wenigstens peinlich, was brauch ich im eiskalten wasser) gelöst haben werde. wenigstens muss ich alles erst mitte juli waschen, denn ich glaube kaum, dass ich da irgendwas hintereinander brauchen werde;-)
bi
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Sonntag, 25. Mai 2008

1240 Wien

Der 24. Wiener Gemeindebezirk liegt in der Ideallinie zwischen dem Zentrum und dem Speckgürtel der Stadt, Wienerwald und Donauinsel sind bequem zu Fuß zu erreichen.

Baufläche dürften so um die 30 Prozent sein, die Bausubstanz besteht ausschließliche aus voll renovierten Gründerzeithäusern mit Lift und Dachbodenausbau, sowie preisgekrönten Niedrigenergiebauten, für deren Anblick Architekturstudenten aus aller Welt anreisen. Begrünte Innenhöfe sind übrigens in beiden Fällen immer vorhanden.

Den Rest machen Parks, Kleingärten, Wiesen und großzügige Freizeitfächen aus. 1240 Wien verfügt neben zahlreichen Spiel- und Sportmöglichkeiten in den Parks auch über ein Riesenhallenbad mit Spa und ausgedehntem Kindererlebnisbereich, über eine Eisbahn und einen eigenen Klettergarten. All das wird auch von den ausgezeichneten grundsätzlich zweisprachigen Schulen häufig genutzt.

Besonders gern geht man abends in die zahlreichen wirklich guten Gaststätten von 1240 - von norwegischer bis äthiopischer Küche ist praktisch alles vertreten und wer in 1240 Wien ein Wiener Schnitzerl bestellt, bekommt selbstverständlich hauchdünnes Kalbfleisch innen drin. So manch ein Kaffeehaus fungiert hier wirklich noch als zweites Wohnzimmer, man kennt einander, man freut sich einander zu sehen - und das gilt für alle aus 1240 Wien.

Die alten Damen haben den Club "Wir gehen niemals nach 16 Uhr einkaufen" gegründet. Vereinszweck ist stattdessen mindestens eine Stunde täglich mit einem Immigranten Deutsch zu sprechen - man hört, dass in etlichen Fällen geradezu Bekehrungserlebnisse ehemaliger Strachewählerinnen stattgefunden haben sollen. Obwohl die in 1240 schon unter der Wahrnehmungsgrenze agieren.

Schanigärten, wo immer es geht, und eine Einwohnerschaft, die an den Straßenfesten lieber teilnimmt als sich über den Lärm aufzuregen. Daneben natürlich auch Haus- und Ateliersfeste - 1240 Wien ist ganz stolz auf seine unterschiedlichen Künstler. Vernissagen, Jazzkeller, Poetryslams - die Veranstaltungsliste sprengt bald die finanziellen Möglichkeiten des Bezirksblättchens.

Nicht zu verachten auch die Einkaufsmöglichkeiten: ein traditioneller Markt, eine Buchhandlung mit großer Auswahl und belesenem Personal, Boutiquen für jeden Geschmack und jede Figur, kompetente Mitarbeiter auch im Computerzubehör und im Sporthandel, gemütliche Geschäfte aller Art, die nicht Teil irgendeiner Kette sind.

Wenn ich das nächste Mal umziehe, weiß ich genau, wo ich hin will. Bedauerlicherweise ist die Warteliste nur schon recht lang.
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hier fehlt was;-)

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Umfassendes Österreichbildwetter

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