fantasie
Als meine Großmutter noch eine rassige, ein wenig mollige Frau war, bettelten wir zwei Enkelinnen rechts und links von ihr im Bett liegend, die Köpfe auf je einen weichen Busen gebettet nicht etwa um noch eine Geschichte, sondern immer nur darum, dass die eine und einzige Geschichte noch weitergehen möchte. Und sie setzte mit ihrer angenehmen tiefen Stimme die Abenteuer des Hundes Flocki, seines Herrl, des Jägers, und aller Menschen oder Tiere, die die beiden so trafen, Abend für Abend fort.
Als wir in der Unterstufe in Deutsch zum ersten Mal die Aufgabe hatten, einen Fantasieaufsatz zu schreiben, war ich völlig ratlos. Alle Erlebnisaufsätze, die ich bis dahin abgegeben hatte, waren ausschließlich meiner Fantasie entsprungen und insgeheim war ich recht stolz darauf, dass ich die alle so glaubwürdig hingekriegt hatte. Da ich das nicht zugeben konnte, fiel mir zum gestellten Fantasieaufsatzthema die längste Zeit nichts ein. Noch weniger fiel mir nur mehr zur Deutsch-Matura ein, da waren die Auswirkungen allerdings gravierender.
Wenn ich ein Buch am Abend zuklappe, oder mich ein Film ziemlich gefesselt hat, träume ich danach oft eine unmittelbare Fortsetzung. Bei den Büchern manchmal sogar in gedruckter Form – ich träume also Textzeilen, die ich mit den Augen abwandere. Um diese Traumprodukte tut es mir richtig leid, da ich mich im Schlaf meistens recht gut damit unterhalte, würde ich sie gern irgendwie einmal ins Wache retten.
Ob das auch etwas mit Fantasie zu tun hat, dass ich mich manchmal wie Figuren aus Geschichten, die ich gerade lese, fühle und womöglich auch noch eher zu denen und weniger zu mir passende Antworten gebe, überlege ich noch.
Als wir in der Unterstufe in Deutsch zum ersten Mal die Aufgabe hatten, einen Fantasieaufsatz zu schreiben, war ich völlig ratlos. Alle Erlebnisaufsätze, die ich bis dahin abgegeben hatte, waren ausschließlich meiner Fantasie entsprungen und insgeheim war ich recht stolz darauf, dass ich die alle so glaubwürdig hingekriegt hatte. Da ich das nicht zugeben konnte, fiel mir zum gestellten Fantasieaufsatzthema die längste Zeit nichts ein. Noch weniger fiel mir nur mehr zur Deutsch-Matura ein, da waren die Auswirkungen allerdings gravierender.
Wenn ich ein Buch am Abend zuklappe, oder mich ein Film ziemlich gefesselt hat, träume ich danach oft eine unmittelbare Fortsetzung. Bei den Büchern manchmal sogar in gedruckter Form – ich träume also Textzeilen, die ich mit den Augen abwandere. Um diese Traumprodukte tut es mir richtig leid, da ich mich im Schlaf meistens recht gut damit unterhalte, würde ich sie gern irgendwie einmal ins Wache retten.
Ob das auch etwas mit Fantasie zu tun hat, dass ich mich manchmal wie Figuren aus Geschichten, die ich gerade lese, fühle und womöglich auch noch eher zu denen und weniger zu mir passende Antworten gebe, überlege ich noch.
la-mamma - 25. Mär, 15:43
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529 mal angeklickt. oder gar gelesen?
bartynova - 25. Mär, 16:15
Das fasse ich jetzt mal als rhetorischen Beitrag auf :-)
la-mamma - 25. Mär, 17:26
du meinst so als art pausenfüller, obwohl ich doch mein innerstes nach äußerst gekehrt habe?;-)
Jossele - 25. Mär, 20:47
Und was ist seltsam dran, dass wir uns bisweilen verlieren in Geschichten?
Ich und Es und Das da, Konglumerat dem wir entspringen. Schön so, weil anders wär es traurig.
Vernunft ist eins, und gut dass sie da thront, holt uns bislang zurück.
Das Fliegen, he, das hat was. Da kann eine Realität, wie sie halt ist, nichts davon nehmen.
Wenn du aus deren Munde sprichst, die da grad sind, ja und?
Wer bin ich?
Ich und Es und Das da, Konglumerat dem wir entspringen. Schön so, weil anders wär es traurig.
Vernunft ist eins, und gut dass sie da thront, holt uns bislang zurück.
Das Fliegen, he, das hat was. Da kann eine Realität, wie sie halt ist, nichts davon nehmen.
Wenn du aus deren Munde sprichst, die da grad sind, ja und?
Wer bin ich?
Nante - 25. Mär, 22:24
mir geht es heute noch so wie Dir ..
am Verlaufe hängt - nach Folge drängt doch alles .. ( Gretchen/Faust1 - verfremdet )
Ich denke, das hängt mit der Kantschen Ursache - Wirkung - Kategorie zusammen ... wir wollen alles und das in überschaubaren Abläufen ....
Und wenn wir dann noch Phantasie haben - sei es nun Gott oder irgendwem geklagt oder gepriesen - können wir viele " reale" Leben haben ...
und das ist schön so - finde ich !
Ich denke, das hängt mit der Kantschen Ursache - Wirkung - Kategorie zusammen ... wir wollen alles und das in überschaubaren Abläufen ....
Und wenn wir dann noch Phantasie haben - sei es nun Gott oder irgendwem geklagt oder gepriesen - können wir viele " reale" Leben haben ...
und das ist schön so - finde ich !
datja (Gast) - 26. Mär, 09:38
ist doch super wenn einem im kopf nie fad ist !!!
ich hatte auch probleme beim aufsatzschreiben:
bei "spielen im park" wollte ich nicht zugeben, hä, das kenn ich nicht.
kannte nur spielen im garten und lustwandeln in parks,
mit schauen, plaudern, riechen, hören, eis essen.
hab aber munter verknüpft und es gefiel...
ich hatte auch probleme beim aufsatzschreiben:
bei "spielen im park" wollte ich nicht zugeben, hä, das kenn ich nicht.
kannte nur spielen im garten und lustwandeln in parks,
mit schauen, plaudern, riechen, hören, eis essen.
hab aber munter verknüpft und es gefiel...
schmollfisch (Gast) - 27. Mär, 00:18
Das Lesen im Traum
interessiert mich. Ich kannte mal eine Frau, die sich sehr intensiv mit Traumforschung befasst hat, zum Beispiel auch in der Lage war, vor dem Einschlafen im Wachzustand zu bestimmen, was und wovon sie träumen wollte. Die erzählte mir, dass man im Traum nicht im eigentlichen Sinn lesen könne.
Nun lese ich keine Bücher in Träumen, aber oft Zeitungsschlagzeilen oder Straßenschilder, deshalb antwortete ich ihr, dass ich oft in Träumen lese.
Und sie gab zur Antwort, dass ich mal versuchen solle, den Blick ab- und gleich wieder hinzuwenden und das Geschriebene noch mal zu lesen - es stünde garantiert was anderes da.
Da ich nicht gelernt habe, meine Träume zu beeinflussen, konnte ich das nicht nachprüfen.
Hast du es mal versucht?
Schönen Gruß vom schmollfisch!
Nun lese ich keine Bücher in Träumen, aber oft Zeitungsschlagzeilen oder Straßenschilder, deshalb antwortete ich ihr, dass ich oft in Träumen lese.
Und sie gab zur Antwort, dass ich mal versuchen solle, den Blick ab- und gleich wieder hinzuwenden und das Geschriebene noch mal zu lesen - es stünde garantiert was anderes da.
Da ich nicht gelernt habe, meine Träume zu beeinflussen, konnte ich das nicht nachprüfen.
Hast du es mal versucht?
Schönen Gruß vom schmollfisch!
la-mamma - 27. Mär, 19:06
auf die idee den blick kurz abzuwenden, bin ich noch nicht gekommen, mach ich das nächste mal;-) dass man seine träume beeinflussen kann, hab ich auch schon mal gelesen, so recht umsetzen konnte ich das aber auch noch nie. ich versuch höchstens - wenn ich aufgewacht bin - nochmal in den vorigen traum hineinzukommen, mit bescheidenem erfolg ...
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