Mittwoch, 29. November 2017

eine frage der routine?

Ich frühstücke gerne. Jeden Tag. Und jeden Tag das Gleiche.

Ich koche mir ein Ei, und ich schneide zwei Scheiben Brot ab, oder ich muss zwei Scheiben Brot auftauen, wenn ich vergessen habe, das Brot am Abend davor aus dem Gefrierfach zu nehmen.

Ich stelle einen Teller, ein Messer, einen Löffel, die Butter und das Marillenmarmeladeglas auf den Tisch.

Ich vergesse jeden zweiten Tag, dass ich auch eine Tasse brauchen werde. Ich hole die Tasse extra, und nehme dann meistens den Eierbecher, den ich eventuell auch noch nicht herausgenommen habe, gleichzeitig aus dem Schrank.

Wenn alles auf dem Tisch steht, will ich mein Ei holen. Manchmal muss ich darauf noch länger warten, weil ich es zwar auf den Herd gestellt, aber die entsprechende Platte nicht aufgedreht habe.

Da sich der Wasserkocher automatisch abschaltet, ist es auch nicht weiter schlimm, wenn ich es unterlasse, den Tee gleich aufzugießen. Das mache ich jetzt, wenn ich das Ei heraushole.

Ich setze mich zum Tisch und stehe nochmal auf, um den Tee zu holen. Vielleicht fehlt nun auch noch das Salz. Wobei ich das schon meistens am Tisch stehen lasse. Sollte ich es aber am Abend am Balkon gebraucht haben, hole ich es jetzt von dort.

Am Montag hab ich zwei Eier aufgestellt. Einfach so. Weil am Wochenende sind wir ja praktisch immer zu zweit. Am Montag eigentlich nie.

Finden Sie, dass ich mir Sorgen machen sollte?
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NeonWilderness - 29. Nov, 16:55

Ja. Ich denke, bis zur Vollpflege haben Sie nicht mehr lange.

la-mamma - 30. Nov, 09:43

wie schön, dann muss ich mich um gar nix mehr kümmern! wissen sie zufällig, ob mir die auch jeden tag ein ei kochen werden?
NeonWilderness - 30. Nov, 14:17

Hm, im Gegensatz zu Frau Araxes Meinung stelle ich fest, dass Sie nicht an zuviel Kontrollzwang leiden, sondern an zuwenig. Ihre Prozesse sind chaotisch und der Output demgemäß zufallsbedingt. Verständniserhellungsfrage: Warum schaffen es Top-(Sterne)-Restaurants, kontinuierlich ein Produkt (Gericht) in gleichbleibend hoher Qualität zu servieren? Wegen ihrer ausgefeilten, durchdachten und präzisen Prozesse in Beschaffung, Herstellung und Präsentation sowie ihrem unbedingten Willen zu Professionalität und Prozessexzellenz. Aus dem selben Grund wird der Hefeteig einer Hausfrau mal supertoll und mal wandert er in den Müll. Es gibt dort keinen präzisen Prozess, der bei gleichem definiertem Input stets den exakt hochqualitativen Output sicherstellt.

Kommen wir zum Frühstücksprozess an sich: Seit mehreren Jahren esse ich an Wochentagen zum Frühstück ein selbsthergestelltes Müsli aus Haferflocken, Stevia, Zimt, Vanille-Proteineiweißpulver, Chia-Samen, Rosinen, gehackter Walnüsse, einer gemörserten Calziumtablette und dem Saft einer halben Zitrone sowie etwas Milch. Klingt so, als könnte man da leicht mal eine Zutat vergessen. Passiert aber nicht, weil ich einen exakt geplanten Herstellprozess habe, den ich so internalisiert habe, dass ich ihn im Schlaf (und meistens bin ich das auch noch) ausführen könnte. Prozesse geben Struktur, Strukturen erzeugen Vollständigkeit und Ergebnistreue — und mithin Qualität. Außerdem geben sie unstrukturierten Leuten, die vielleicht auch noch vergesslich sind, Stringenz. Und Verlässlichkeit. Und Sicherheit.

Ist Prozessexzellenz nur was für Buchhaltertypen? Keineswegs! Bestes Gegenbeispiel sind die DTs von ANH, in denen er seinem Produktionsprozess des Tages Form und Struktur gibt. Diese Planungsstringenz schafft letztlich den Rahmen und die Freiräume für künstlerische Produktion in hoher Qualität.

Zeit also, Ihren Frühstücksprozess zu überdenken, zu durchdenken, berechenbarer zu machen. Kostet etwas Aufwand, aber nicht soviel, wie jeden Morgen 3x vom Tisch aufzustehen und vergessene Dinge zu holen. ;)

P.S. Bei Stephen Covey hieße das wohl "Sharpen the saw" (die Säge schärfen). Übrigens ein Buch, das ich sehr gerne empfehle: The 7 Habits of highly effective people.
la-mamma - 4. Dez, 09:02

so chaotisch bin ich doch gar nicht;-)

aber sie haben natürlich recht, ein bisschen planung schadet nie, mal abgesehen davon, dass ich mein leben mit einem perfektionisten teile: auch bei uns müssen die brotlaibe alle exakt gleich schwer sein, die torten perfekt glasiert usw. usf. (das lass ich dann allerdings immer ihn machen). aber ich könnte mir fast vorstellen, dass konsequentes delegieren auch eine der 7 gewohnheiten (danke für den tipp!) sein muss;-)))
C. Araxe - 29. Nov, 21:31

Unbedingt! Ich sehe das allerdings nicht im geriatrischen Bereich angesiedelt wie Herr Neon, sondern eher psychisch bedenklich. Doch sehr eindeutig handelt es sich hier um eine Zwangshandlung. Oder anders gesagt, Sie neigen letztendlich zu einem stark ausgeprägten Kontrollzwang. Auch wenn es sich vielleicht doch nur um eine unbewusste Routinehandlung handelt, würde ich das professionell unbedingt abklären. Wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen, dann würde ich an Ihrer Stelle sofort eine stationäre Behandlung vorziehen.

la-mamma - 30. Nov, 09:52

meinen sie, dass vielleicht auch ein kuraufenthalt in alpinem ambiente helfen könnte? oder doch eher südostasien? die haben bestimmt auch spezialisten da, oder?
C. Araxe - 1. Dez, 19:51

Ich empfehle einen Kuraufenthalt, wie er hier beschrieben wird. (Sehr schönes Buch.)
tilak - 29. Nov, 21:46

Das beschreibt

Dein Wesen punktgenau und so liebenswert, es ist als wäre ich dabei jeden Morgen bei Tee und Ei!

la-mamma - 30. Nov, 09:54

ja stimmt, es ist voll praktisch, wenn noch eine zweite person mit einem ganz speziellen wasserkocher zurechtkommt!;-)
tilak - 30. Nov, 11:08

Erwischt

Und grad herzlich gelacht
bonanzaMARGOT - 30. Nov, 04:48

einfach beobachten und in einem jahr noch mal einen beitrag übers frühstück schreiben.

la-mamma - 30. Nov, 10:37

ui, ob ich mich in einem jahr da noch dran erinnern werde können?
bonanzaMARGOT - 1. Dez, 05:14

ich werde dich dran erinnern, falls ich mich noch dran erinnere.
steppenhund - 30. Nov, 23:44

Ich kann nichts über die Sorgenproblematik sagen. mein Frühstück sieht sehr ähnlich aus, ergänzt um eine halbe Grapefruit am Samstag und am Sonntag.
Nur der Ablauf ist etwas anders. Meine Frau fragt mich: Hans, willst du schon aufstehen? Dann mache ich jetzt die Eier. Wenn ich nach fünf Minuten in die Küche komme, steht alles am Tisch: die Eier in einem Kochhandschuh, um sie warm ist zu halten, die erste Tasse Tee ist eingeschenkt und zwei Toastbrote sind warm auf meinem Teller.
anschließend gibt es noch ein kleines Tellerchen mit Nüssen, halben Birnen oder Äpfel.
meine Frau liest das zwar nicht, aber ich wollte das doch einmal schreiben, denn ich bin wirklich dankbar. Und so kann ich zeigen, dass ich das bewusst schätze und nicht als selbstverständlich betrachte.

la-mamma - 4. Dez, 09:04

vielleicht solltest du das mit der dankbarkeit nicht nur hier, sondern auch ihr sagen;-)
steppenhund - 4. Dez, 09:52

Habe ich doch laengst :)
diefrogg - 9. Dez, 18:06

Sind die Eier ...

von Deinen glücklichen Hühnern?

la-mamma - 11. Dez, 14:54

wenn genug für mich übrig sind, dann natürlich ja!

hier fehlt was;-)

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